Fehr orientierte am Sonntag die Präsidentin der SP des Kantons Schaffhausen über seinen Entscheid, auf eine Bundesratskandidatur zu verzichten. Er liess dieses Schreiben auch den Medien zukommen.
«Dieser Entscheid ist mir nicht leicht gefallen, weil es in der Schaffhauser Bevölkerung die berechtigte Erwartung gibt, dass endlich auch einmal ein Schaffhauser oder eine Schaffhauserin in die Landesregierung gewählt werden sollte», hält Fehr fest.
Diverse Aspekte geprüft und abgewogen
Diese Erwartung habe er als Verpflichtung empfunden, sich eine Kandidatur gründlich zu überlegen. Er habe in den Sommerferien die beruflichen, gesundheitlichen und privaten Aspekte einer allfälligen Wahl in den Bundesrat geprüft und abgewogen.
Hans-Jürg Fehr will nicht Bundesrat werden. /


«Letztlich hat mich mein doch schon recht fortgeschrittenes Alter von 62 Jahren bewogen, von einer Kandidatur abzusehen», schreibt Fehr. Er habe sich in den letzten Jahren immer wieder für eine Verjüngung des Bundesrates ausgesprochen, und das bedeute eben, dass nicht Leute über 60, sondern Leute über 40 oder 50 gewählt werden sollten.
Andere Vorstellungen zur Zukunft
«Als 62-Jähriger befasse ich mich gedanklich eher mit dem Abbau als dem Ausbau meiner beruflichen Verpflichtungen», erklärt Fehr. Er habe ja auch schon entsprechende Schritte unternommen, etwa den Rücktritt aus dem Kantonsrat.
Eine Wahl in den Bundesrat bedeute, eher acht als vier Jahre Regierungstätigkeit ins Auge zu fassen. «Die Vorstellung aber, bis weit über das Pensionierungsalter hinaus in der in jeder Beziehung höchst anforderungsreichen Exekutive unseres Landes zu wirken, entspricht nicht dem, was ich in den kommenden Jahren noch tun und lassen will.»