«Seit Dienstagabend sind 13 Bomben und zwei Mörsergranaten gegen Häuser und Geschäfte gefeuert worden, die Christen gehören», sagte am Mittwoch ein Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums. «Insgesamt wurden sechs Menschen getötet und 33 verletzt.»
Die Sprengsätze detonierten in überwiegend von der christlichen Minderheit bewohnten Bezirken der irakischen Hauptstadt. Unter den Christen in Bagdad brach Panik aus, sie vermuteten das Terrornetzwerk Al-Kaida hinter den Angriffen. Viele Christen erwägen inzwischen, den Irak zu verlassen.
Erst am Dienstagabend war im Westen der Stadt eine ähnliche Anschlagsserie gegen drei Häuser von Christen verübt worden. Weil die Häuser leer standen, wurde dabei jedoch niemand verletzt.
Ende Oktober waren bei einer blutigen Geiselnahme in einer syrisch-katholischen Kirche 46 Zivilisten sowie sieben Sicherheitskräfte getötet worden.
Unter den Christen brach Panik aus. /


Zu der Tat bekannte sich Al-Kaida. Das Terrornetzwerk kündigte weitere Angriffe auf Christen im Irak an, weshalb es auch hinter den neuen Anschlägen vermutet wurde.
Erzbischof fordert Schutz
Der Erzbischof der syrisch-katholischen Kirche, Athanase Matti Schaba Matoka, rief die Weltöffentlichkeit auf, die Christen im Irak zu schützen. Die Gläubigen im Stich zu lassen, wäre «kriminell».
Der Vatikan forderte die irakischen Behörden auf, den Schutz der Christen «ernsthaft zu überdenken». Die erneuten Attacken seien «sehr schmerzhaft», sagte Kardinalsstaatssekretär Tarcisio Bertone nach Angaben italienischer Nachrichtenagenturen in Rom.
Der UNO-Sicherheitsrat verurteilte den jüngsten Anschlag scharf und sprach von einem Angriff gegen die Demokratie in dem Land. Kein Terroranschlag könne aber den eingeschlagenen «Weg hin zu Frieden, Demokratie und Wiederaufbau im Irak» wieder umkehren, erklärte das oberste UNO-Gremium.