Der am Dienstag veröffentlichte Bankenbarometer des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young zeigt: 58 Prozent der Finanzhäuser erwarten laut einer Umfrage bei 60 Führungskräften von Privat- und Regionalbanken sowie Auslands- und Kantonalbanken für 2011 einen eher positiven Geschäftsverlauf.
34 Prozent rechnen gar mit einem klar guten Geschäft. Demnach werden viele Banken ihr Personal aufstocken. Von der Möglichkeit eines Stellenabbaus gehe nur eine Minderheit aus, vor allem bei den Kantonalbanken und den Auslandsbanken, sagte Bankenspezialist Iqbal Khan vor den Medien in Zürich.
Kritik an Regulierung
73 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die Aufweichung des Bankgeheimnisses und eine mögliche Abgeltungssteuer für ausländische Kontoinhaber dem Finanzplatz Schweiz letztlich nützen. Bei den Vermögensverwaltungsbanken erwarten viele Manager aber aufgrund der Entwicklung mehr Zusammenschlüsse oder Übernahmen.
Wenig können die Banken hingegen der Regulierung abgewinnen.
Das Vertrauen in die Finanzmärkte wächst nach der Krise wieder. /


Zwei Drittel der befragten Institute erwarten in den nächsten sechs bis zwölf Monaten, dass sich die Regulierung negativ auf das Geschäft auswirken werde. Die zusätzlichen Kosten könnten nur teilweise an die Kunden weitergegeben werden. Die Renditen dürften schmaler werden.
In Deutschland, wo Ernst & Young eine vergleichbare Umfrage bei 120 Finanzhäusern durchgeführt hat, ergab sich ein anderes Bild: Die Mehrheit der deutschen Bankmanager urteile positiv über die Regulation und schärfere Kapitalvorschriften, sagte Patrick Schwaller, Leiter des Bankenbarometers von Ernst & Young.
Anzeichen einer Immobilienblase
Etwas mehr als die Hälfte der Schweizer Banken sehen am Immobilienmarkt zumindest in einzelnen Regionen des Landes gewisse Anzeichen einer Blasenbildung. Die Banken stellen selbst fest, dass die Kreditvergabe in der Tendenz lockerer geworden ist. Laut Bankenspezialist Khan ist das Kreditgeschäft der Banken aber «insgesamt gesund».