Der 36-jährige Ahmed Mohammed Mahmud ist damit der erste Journalist, der während der Unruhen in Ägypten ums Leben gekommen ist.
Mahmud nahm den Angaben zufolge vom Balkon seines Hauses unweit des Tahrir-Platzes Bilder von den Kämpfen unten auf den Strassen auf, als er «von einem Heckenschützen getroffen wurde». Der Fotograf arbeitete für die Zeitung «Al Taawun», die vom Verlagshaus «Al Ahram» herausgegeben wird.
Dutzende von Übergriffen
Das internationale Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilte die Übergriffe gegen Journalisten bei den Unruhen in Kairo scharf. Mindestens 60 Journalisten seien seit dem 2. Februar festgenommen worden, heisst es in einer am Freitag in verbreiteten Erklärung. Acht von ihnen würden offenbar noch immer festgehalten.
Rund 70 Journalisten seien bislang körperlich angegriffen oder bedroht worden.
Die Schweizer Journalisten sind in der Schweiz angekommen. (Symbolbild) /


Zudem seien mehrere Büros von Medien überfallen, Ausrüstungen wie Kameras und Material konfisziert oder zerstört worden. In erster Linie hätten Anhänger der Mubarak-Regierung regelrecht Jagd auf Mitarbeiter internationaler Medien in Kairo gemacht.
«Mehrfach mit dem Tod bedroht»
Auch drei Journalisten und ein Fotograf aus der Westschweiz waren in Kairo belästigt und verhaftet worden. Sie verliessen am Freitag die ägyptische Hauptstadt und trafen am Abend am Flughafen Zürich ein.
Patrick Vallélian vom Wochenmagazin «L'Hebdo» bestätigte der Nachrichtenagentur SDA, er sei mehrfach mit dem Tod bedroht worden. Vallélian zeigte sich «schockiert, traurig und niedergeschmettert» über das, was er in Kairo erlebt habe.
Impressum, die grösste Schweizer Journalistenorganisation, verurteilte die Übergriffe auf Medienschaffende in Ägypten. Die Organisation sei in Kontakt mit Schweizer Korrespondenten in Kairo. Wichtig sei, dass die Journalisten auf Wunsch Zuflucht in der Botschaft finden und in ständigem Kontakt mit dieser bleiben könnten.
Das ägyptische Informationsministerium bedauerte die jüngsten Übergriffe auf Journalisten in Kairo. Gleichzeitig dementierte die Regierung, dass diese Teil einer von oben gesteuerten Kampagne gegen die Medien seien.