Ihr Börsenwert ist 2010 jedoch weltweit deutlich langsamer gewachsen als noch ein Jahr zuvor. Das Geschäft ist schwieriger geworden und eine Rückkehr auf Vorkrisenniveau ist derzeit nicht abzusehen.
Die schnelle Trendwende nach dem Beinahe-Kollaps der Finanzindustrie kam überraschend. Allerdings war ihre Dynamik grossteils nur Folge des starken Ausmasses und der hohen Geschwindigkeit des vorherigen Einbruchs, meint BCG-Partner Lars-Uwe Luther. Das anfangs rasante Tempo der Wiederauferstehung in der Branche ebbt nun ab. So ist ihre Marktkapitalisierung 2010 nur mehr um zehn Prozent auf 7,1 Bio. Dollar gestiegen. Ein Jahr zuvor kletterte sie noch um 55 Prozent hoch. Die durchschnittliche Aktienrendite ist von 47,1 auf magere sechs Prozent gefallen.
Blick ins Bankenviertel von London. /

Strengere Regulierung, geringere Margen
Mittlerweile verlagern sich die Geschäfte der Institute auf risikoärmere und zugleich kapitalintensivere Bereiche mit geringeren Margen wie Transaktionen, Processing oder gebührenbasierte Aktivitäten. Die Konsequenz aus der Krise, Banken etwa in Form von Basel III stärker zu regulieren und eine höhere Eigenkapitalbasis sowie Liquidität zu fordern, setzt ihr Profitabilität zusätzlich unter Druck.
Trotzdem hat die Bankenbranche auch im Vorjahr wieder hohe Gewinne eingesammelt. Weltweit konnten die Institute ihre Profite von 166 auf 386 Mrd. Dollar sogar um über 130 Prozent steigern. Die Eigenkapitalrendite wurde von 4,8 auf 9,6 Prozent verdoppelt, bei einem Zuwachs der Eigenkapitalbasis um 60 Prozent auf 4,2 Bio. Dollar. Fünf der zehn weltgrössten Häuser kommen mittlerweile aus Schwellenländern, vier davon aus China. Die durchschnittliche Aktienrendite in den Emerging Markets lag deutlich über dem Durchschnitt.