Dies berichtete die «Burma Umwelt-Arbeitsgruppe» (BEWG), ein Zusammenschluss aus birmanischen Umweltschützern im Exil, am Montag in Bangkok: «Das Regime hat UNO-Konventionen wie die über die Rechte indigener Völker nur unterschrieben, um internationale Anerkennung zu bekommen», sagte Paul Sein Twa.
Es gebe jedoch «kein Geld und keine Beamten, um die Einhaltung der Bestimmungen sicherzustellen». Das vom Militär gestützte Regime generiere sein Einkommen vor allem aus dem Verkauf von Naturressourcen, heisst es in dem Bericht.
Die grössten Kunden seien China, Indien, Thailand, Malaysia, Singapur, Japan, Vietnam und Südkorea. Allein China habe im März vergangenen Jahres 8,2 Milliarden Dollar in Wasserkraft-, Öl- und Gas- sowie Bergwerksprojekte gesteckt.
Angriff auf Volk der Kachin
Einheimische Firmen rodeten grosse Waldflächen für Plantagen. Die Arbeitsgruppe zitiert Schätzungen des «Rainforest Action Network», wonach in Birma schätzungsweise 8000000 bis eine Million Hektar Wald im Jahr verloren gehen.
Bambuswälder in Burma: Bis zu einer Million Hektar Wald werden jährlich gerodet (Symbolbild). /


Die Umweltschützer schätzen weiter, dass 48 Staudammprojekte in Arbeit sind. Am Zusammenfluss von Mali und N'Mai, wo der mächtige Fluss Irrawaddy entsteht, breche die Armee den Widerstand des Kachin-Volkes gegen den geplanten Myitsone-Damm gewaltsam, sagte ein anderer Sprecher der Arbeitsgruppe, Naw La.
Die Armee wolle die Baustelle sichern. 15'000 Menschen seien bereits vertrieben worden. «Das ist das kulturelle Herzland der Kachin», sagte er. Der dort entstehende Strom werde fast ausschliesslich nach China verkauft.
Aufruf: Investitionen stoppen
Die Umweltschützer riefen ausländische Investoren auf, Projekte zu stoppen, bis die Bevölkerung Birmas Mitspracherechte bekomme. Sie müssten zudem international akzeptable Richtlinien wie Studien zur Umweltverträglichkeit einhalten und dürften nicht zulassen, dass Einheimische vertrieben werden.