fest / Quelle: pd / Freitag, 1. September 2023 / 13:35 h
Nachhaltige Naturtextilien und ihre Nachteile
Naturfasern für Textilien stammen immer öfter aus ökologischem Anbau. Unterschiede gibt es weiterhin in der Verarbeitung. Egal, wie gut verträglich oder optisch ansprechend solche Mode ist: Schlechte Nähte und schwer haftende Farben machen die Outfits rasch unansehnlich bis untragbar. Beim Kauf müssen Verbraucher auch genau darauf achten, ob es sich nur beim Gewebe oder auch bei den Nähten um Naturmaterialien handelt. Jeder synthetische Faden verringert bei der Entsorgung die Möglichkeit, das Produkt biologisch abzubauen, also ohne Umweltschäden dem biologischen Kreislauf zurückzuführen.
Lebensdauer als Aspekt der Nachhaltigkeit
Ein
Wäschekorb aus Kunststoff ist dem Material nach wenig umweltfreundlich. Dennoch ist er nachhaltig, wenn er für viele Jahre genutzt werden kann. Ein Modell aus Weide, Holz oder Bambus mag umweltfreundlich sein, weil es
aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Es kann dennoch die Umwelt belasten, wenn es von kurzlebiger Qualität ist und deshalb häufig nachgekauft werden muss. Auch die Behandlung solcher angepriesenen Naturprodukte mit Imprägnierungen oder Farben verringert den langfristigen Mehrwert für die Umwelt. Denn mehr Käufe verlangen mehr neue Anbauflächen für die Rohmaterialien.
Hygienische Standards beim Kauf beachten
Für Haushaltsbereiche mit hohen Hygieneanforderungen sind glatte Materialien besser, zum Beispiel
Aufbewahrungsboxen aus Kunststoff für Wäsche besser als geflochtene Weideboxen. Allerdings muss es sich beim synthetischen Material um solche Qualität handeln, von der keine Mikropartikel in die Umwelt gelangen. Glas zum Beispiel nimmt keine Geschmäcker oder Gerüche an und gibt selbst keine Partikel in Lebensmittel ab.
Vintage und Upcycling sind im Trend. /


Je härter ein Kunststoff beschaffen ist, desto sicherer vermeiden Nutzer die Abgabe von Mikroplastik in eingelegte Kleidung oder andere Gegenstände mit Hautkontakt.
Aussagekraft von Ökosiegeln
Einige Ökosiegel bescheinigen Naturmaterialien ihren ökologischen Anbau und eine umweltverträgliche Verarbeitung. Seriöse Siegel lassen sich per Barcode simpel prüfen. Handynutzer legen beim Kauf ihr Handy darauf und erfahren, wer das Siegel ausgegeben hat und welche Ökokriterien der Gegenstand insgesamt sowie in seinen Bestandteilen erfüllt. In einigen Fällen sind die Preise für ökozertifizierte Möbel und Gebrauchsgegenstände im Vergleich happig. Dafür ist über möglichst viele Gebrauchsjahre der Gedanke angenehm, eine umweltfreundliche und möglichst klimaneutrale Anschaffung gemacht zu haben. Am einfachsten haben es junge Menschen, wenn sie nach diesen Kriterien gleich die ganze
neue und erste Wohnung einrichten.
Lieber weniger Gegenstände kaufen als oft neu anschaffen
Minimalismus ist nach dem Gebot der Nachhaltigkeit keinesfalls ein Zeichen von Armut oder Einfallslosigkeit. Vielmehr entlastet eine mit wenigen Dingen eingerichtete Wohnung den Geldbeutel und das Zeitlimit in späteren Jahren. Denn was gar nicht angeschafft wurde, muss später nicht aus dem Keller oder vom Dachboden entsorgt werden. Manches alte Lieblingsstück muss trotzdem nicht zugunsten der neuen Lebenseinstellung abgegeben werden. Wenn es schon einmal da ist, erfüllt es möglicherweise
durch Upcycling einen neuen Zweck mit neuer, langer Lebensdauer.
Fazit:
Wer nachhaltig lebt, macht sich weniger Gedanken über Neuanschaffungen als über deren langfristigen Verwendungszweck. Dies entspricht einer umweltbewussten Lebensweise und ist auch bei schmalem Geldbeutel gut umsetzbar. Achtsamkeit ist beim Materialvergleich hinsichtlich der tatsächlichen Klimafreundlichkeit geboten.