Die Schweizer Bischofskonferenz kritisiert die Kampagne und fordert Medien auf, die Hetzschrift nicht zu veröffentlichen. Der Chef des Schweizer Presserats, Dominique von Burg, sieht die Angelegenheit im Gespräch mit pressetext etwas differenzierter.
Unterschiedliche Reaktionen
Das Inserat der SVP wirbt für die Volksinitiative «Masseneinwanderung stoppen». Im Inserat werden tragische Einzelschicksale ausgeschlachtet. Der kurze Text berichtet von zwei Schweizern, die von Kosovaren mit Messern angegriffen worden sind. Die Überschrift suggeriert, dass solche Verbrechen häufig vorkommen. Diese Pauschalverdächtigung erweckte auch die Aufmerksamkeit der Schweizer Bischofskonferenz. «Die Publikation dieses Inserates stellt einen erneuten Dammbruch in der politischen Kultur der Schweiz dar», heisst es in einer Aussendung. Die Bischöfe kritisoeren Medien, die die Anzeige veröffentlichen.
Die SVP übt sich nicht in Zurückhaltung. /


«Ohne für den Presserat zu sprechen, bin ich für ein sehr hohes Mass an Freiheit bei politischen Inseraten. So wird ein Thema Teil des gesellschaftlichen Diskurses. Das ist besser, als Diskussionen künstlich zu unterbinden. Natürlich liebe ich solche Inserate nicht, aber die Meinungsfreiheit geht normalerweise vor», sagt von Burg. Für Fälle, in denen die Politik doch über die Stränge schlägt, gibt es adäquate Mittel. «Es bleibt immer noch der juristische Weg. Betroffene können Anzeige erstatten», so von Burg. Der Presserat selbst ist für Inserate nicht verantwortlich. Er beschäftigt sich ausschliesslich mit redaktionellen Inhalten.