Dieser war einen Tag zuvor auf Anordnung des Militärs zum Verhör festgenommen worden. Ihm wird Aufstachelung zur Gewalt während der Ausschreitungen vom 9. Oktober vorgeworfen, die die blutigsten Zusammenstösse seit dem Ende des alten Regimes von Präsident Husni Mubarak im Februar waren.
Fatahs Anhänger erklärten, die Streitkräfte wollten nur einen Kritiker mundtot machen und von der Verantwortung ihrer Soldaten für die Gewalt ablenken, bei der 27 Menschen getötet wurden.
Die Demonstranten im Stadtzentrum riefen «Nieder, nieder mit der Militärherrschaft» und «Alaa, wir stehen hinter dir. Hör nicht auf.» Zusammenstösse gab es nicht.
Alaa Abd El-Fatah war federführend bei der Verbreitung der ägyptischen Revolution im Internet. /


Fatah erreichte durch zensurfreie Blogs während der ägyptischen Revolution grosse Bekanntheit. Er war einer der ersten, die durch die Zensur des Mubarak-Regimes hindurch Informationen über den Aufstand an die Welt weiterleitete.
Urteil nach Sturm auf Botschaft
Ein Militärgericht hat derweil 73 Demonstranten verurteilt, die mit einem Sturm auf die israelische Botschaft im September den Botschafter aus Ägypten gejagt haben.
Der Vorfall stiess im Ausland auf harsche Kritik. Polizei und Soldaten schauten tatenlos zu, als eine Menschenmenge eine Sicherheitsmauer einriss, das Hochhaus stürmte und die israelische Botschaft verwüstete.
Drei Menschen kamen dabei ums Leben, über 1000 wurden verletzt. Der Militärrat reagierte mit einer Ausweitung des Notstandsrechts.