Damit wurden selbst die schlimmsten Befürchtungen überboten, die Experten vor vier Jahren zur Geschwindigkeit der Erderwärmung äusserten.
Weltweit wurden über 564 Millionen Tonnen Kohlendioxid mehr als 2009 in die Luft geblasen, ein Anstieg um sechs Prozent. Diese zusätzliche Umweltverschmutzung stellt sogar die Emissionen einzelner Länder wie China, USA und Indien in den Schatten - und das sind die weltweit grössten Produzenten von Treibhausgasen.
«Monster»-Zuwachs
Der Geologie-Professor Gregg Marland von der Appalachian State University sprach von einem noch nie dagewesenen «Monster»-Zuwachs. Marland hat an den Untersuchungen des Energieministeriums mitgearbeitet. Nach seinen Angaben ist zusätzliche Luftverschmutzung in China und den USA die Ursache für mehr als die Hälfte des Anstiegs im vergangenen Jahr.
Enorme Mengen an Kohlendioxid werden weltweit in die Luft geblasen. /


Im Jahr 2010 hätten Reisen und Produktion weltweit zugenommen. Dies lasse den Verbrauch fossiler Brennstoffe anwachsen, die am meisten zu dem vom Menschen verursachten Klimawandel beitragen.
Schlimmste Erwartungen übertroffen
Indien und China verbrauchen immens viel Kohle. Die Kohleverbrennung ist die grösste Kohlendioxid-Quelle weltweit, deren Ausstoss in 2010 um fast acht Prozent anstieg.
«Das deutliche Wirtschaftswachstum in armen Ländern hat die Lebenssituation der Menschen dort verbessert», sagte Reilly. «Doch wenn man das zunehmend auf die Kohle stützt, bringt man die Welt in Gefahr.»
«Problem entgleitet uns»
Etwas Positives wird in dem neuen Bericht des Energieministeriums aber auch deutlich: Reilly und Andrew Weaver von der Universität von Victoria weisen darauf hin, dass die entwickelten Länder, die 1997 das Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase unterzeichneten, ihre Emissionen seitdem verringert und ihr Ziel erreicht haben, den Ausstoss um acht Prozent unter den Wert von 1990 zu reduzieren.