Betroffen sind die drei Garnier-Produktelinien Fructis-Haarpflege und Fructis-Hairstyling sowie die Körperpflegeprodukte Body, wie Migros-Marketingchef Oskar Sager in einem Interview im neuesten «Migros-Magazin» sagte. Die Migros sei von diesem Lieferanten enttäuscht, L'Oréal habe die Währungsgewinne nicht im gewünschten Masse weitergegeben.
Im Sommer hatte Migros-Chef Herbert Bolliger der «Berner Zeitung» zufolge noch gesagt, dass er nur im Extremfall zum Mittel des Rauswurfs von Produkten greifen werde. Konkurrentin Coop hat bereits im August angekündigt, 95 Markenartikel aus dem Sortiment zu nehmen, im September wurden weitere 35 Produkte wegen ungenügender Wechselkurskonzessionen der Lieferanten boykottiert.
Zähe Verhandlungen
Die Migros forderte 400 Lieferanten schriftlich auf, ihre Währungsgewinne weiterzugeben. Laut Sager verliefen die Verhandlungen unterschiedlich und teilweise sehr zäh. «Inzwischen sind wir aber so weit, dass die meisten Lieferanten eingelenkt haben.»
Mit der Massnahme gegen L'Oréal gehe es der Migros «nicht darum, Lärm zu machen, sondern klare Verhältnisse zu schaffen».
Die Migros zieht nach und bestraft Unternehmen, die Wechselkursgewinne nicht weitergeben. /


An die Wettbewerbskommission gelange die Migros aber nicht, da dies «ein über Jahre dauerndes, juristisches Hickhack, das neben Kraft immer auch viel Geld kostet» nach sich ziehen würde.
Unabhängig von der Währungssituation habe die Migros seit Dezember 2010 die Preise von über 5300 Produkten um mehr als 350 Mio. Fr. gesenkt. Bei den Sortimenten, welche in Euro und Dollar eingekauft werden, hätten rund 35 Mio. Fr. eingespart werden können, sagte Sager. Je nach Sortiment seien die Produkte zwischen 5 und 20 Prozent billiger geworden.