Mit der Wii U hat Nintendo jetzt ein neues Gerät herausgebracht, mit dem jeder spielen können soll: Kinder, Familien und Hard-Core-Gamer - alle zwischen «fünf und 95», wie Reggie Fils-Aime erklärt, Präsident von Nintendo in den USA. Die Wii U kam am Sonntag in den USA in den Handel, am 30. November ist Verkaufsstart in der Schweiz.
Mit der neuen Konsole möchte Nintendo an den Erfolg der Wii anschliessen, die weltweit fast 100 Millionen Mal verkauft wurde. Aber die Zeiten haben sich geändert. Der Absatz an Videospiel-Konsolen ist rückläufig. Das liegt auch daran, dass lange keine neuen Systeme mehr auf den Markt kamen. Wer eine Xbox 360, Playstation 3 oder Wii will, hat schon eine. Und die Aufmerksamkeit hat sich auch verlagert. Gespielt wird viel auf Facebook, auf Tablet-PCs oder dem Smartphone.
In den USA lag der Umsatz im Videospielemarkt mit Hardware, Software und Zubehör im vergangenen Monat bei 755,5 Millionen Dollar, wie die Marktforschungsfirma NPD Group ermittelte. Im Oktober 2007 lag er schon einmal bei 1,1 Milliarden Dollar.
Die Wii U wird sich in der Weihnachtszeit trotzdem gut verkaufen, davon gehen Analysten aus. Es könnte sogar sein, dass es zu Engpässen kurz vor den Feiertagen kommt.
Am 30. November ist Verkaufsstart in der Schweiz. /


Aber das dürfte dann im kommenden Jahr abebben. Die Wii U wird wohl nicht die gleiche Sensation werden wie die Wii in ihren besten Zeiten, erklärte die Marktforschungsfirma IHS iSuppli. In den ersten vier Jahren verkaufte sich die Wii besser als Xbox 360 oder PS 3. Bis Ende 2010 wurden rund 79 Millionen Stück verkauft. Für die Wii U erwartet IHS in den ersten vier Jahren hingegen nur einen Absatz von insgesamt 56,7 Millionen.
Frage nach der Ausdauer
Die Frage sei nicht, wie gut die Wii U im Weihnachtsgeschäft laufe, sagt Analyst Colin Sebastian, sondern wie es in drei oder sechs Monaten aussehe. Die Wii U ist zwar die erste neue Konsole seit vielen Jahren, aber in gewisser Weise folgt Nintendo dem HD-Trend. Sony und Microsoft haben ihre HD-Konsolen schon vor sechs oder sieben Jahren herausgebracht. Richtig spannend wird es in dem Markt wieder, wenn Sony und Microsoft neue Konsolen herausbringen: Und das könnte schon im kommenden Jahr sein.
Aber im Zeitalter der Gadgets und der knappen Kassen müssen alle Hersteller die Käufer erst noch überzeugen, dass sie ein neues Videospiele-System brauchen und nicht etwa ein iPad.
Technisch hat die Wii U einiges zu bieten. So gibt es etwa die Möglichkeit des asymmetrischen Spielens. Das heisst, zwei Spieler machen beim gleichen Spiel unterschiedliche Erfahrungen, je nachdem welche Steuerung sie benutzen, ob sie die Tablet-Steuerung, die als GamePad bezeichnet wird, oder die traditionelle Wii Remote nutzen. Mit dem GamePad kann man auch ohne Fernseher spielen oder es als Fernsteuerung für den Fernseher nutzen. Das geht über ein Zusatzgerät namens TVii, das im Dezember kommen soll.