Chávez war am Dienstag in einem Militärspital in Caracas gestorben. Sein Stellvertreter Nicolás Maduro gab den Tod der venezolanischen Öffentlichkeit bekannt. Chávez starb demnach um 16.25 Uhr Ortszeit (21.55 Uhr MEZ).
An Zentralen Plätzen von Caracas und vielen anderen Städten des südamerikanischen Landes versammelten sich am Mittwoch Zehntausende von Chavistas, Anhänger von Chávez, um ihre Trauer und ihre Unterstützung zu signalisieren. Auch vor dem Militärspital, in dem Chávez gestorben war, kamen seine Gefolgsleute zusammen. Viele hielten mit Tränen in den Augen Plakate mit dem Konterfei des 58-Jährigen in die Höhe.
Später fand in Caracas eine Trauerprozession mit dem Sarg des Verstorbenen statt. Familienangehörige, Politiker und zehntausende Chávez-Anhänger begleiteten den mit der Nationalfahne bedeckten Sarg durch die Strassen der Metropole.
Der Sozialist Chávez hatte Venezuela 14 Jahre Jahre lang regiert. Mit seiner Politik der Umverteilung und Verstaatlichung gewann der «Comandante» im ölreichen Land den Rückhalt unter den Armen in der Bevölkerung. Kritiker warfen Chávez dagegen diktatorische Züge vor. Ausserdem habe er den Ölreichtum des Landes für unproduktive Sozialmassnahmen verschleudert.
Neuwahlen innert 30 Tagen
Vizepräsident Maduro übernahm nach dem Tod Chávez' das Amt des Interimsstaatschefs. Innert 30 Tagen soll es Neuwahlen geben. «Wir werden würdige Erben eines Giganten sein», sagte Maduro, der von Chávez als Nachfolger auserkoren worden war.
Oppositionsführer Henrique Capriles rief das Land zur «Einheit» auf.
«Grosser Lateinamerikaner» /


«In diesen schwierigen Augenblicken müssen wir unsere tiefe Liebe und unseren Respekt für unser Venezuela beweisen», erklärte Capriles. Jetzt sei «nicht die Zeit für Differenzen», betonte er.
Er und Chávez seien zwar «Gegner aber niemals Feinde» gewesen. Capriles war im Oktober bei der Präsidentenwahl Amtsinhaber Chávez unterlegen. Es wird damit gerechnet, dass er auch bei der Neuwahl wieder antritt.
Bestürzung und Betroffenheit
Zur Trauerfeier für Chávez werden zahlreiche Staatsgäste erwartet, vor allem aus befreundeten lateinamerikanischen Staaten, in denen der Linkspopulist in seiner 14-jährigen Amtszeit zahlreiche Anhänger mobilisierte.
Kuba verkündete ebenfalls eine dreitägige Staatstrauer. Die Regierung in Havanna bezeichnete Chávez als einen «wahren Sohn» des kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro.
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff würdigte Chávez als «grossen Lateinamerikaner». Ecuadors Präsident Rafael Correa sagte, Chávez' Tod sei ein «irreparabler Verlust» für Lateinamerika. Boliviens Staatschef Evo Morales erklärte, «der Befreiungsprozess des venezolanischen Volks und aller lateinamerikanischen Völker muss weitergehen».
USA hoffen auf Neustart
US-Präsident Barack Obama rief zu «konstruktiven Beziehungen» auf. «Die Vereinigten Staaten setzen sich weiter für eine Politik ein, die demokratische Prinzipien, den Rechtsstaat und die Achtung von Menschenrechten fördert», erklärte Obama.
Den Tod Chávez' nannte er eine «Zeit der Herausforderung». Das Verhältnis zwischen Washington und Caracas war unter Chávez sehr angespannt. Chávez unterhielt enge Beziehungen zu Gegnern der USA, wie dem Iran und Kuba.