jz / Quelle: news.ch / Freitag, 19. Dezember 2014 / 08:14 h
Eigentlich verwunderlich, dass dieses Sportgerät noch nicht verboten wurde. Viele Generationen von Schweizer Kindern verloren an diesem Sportgerät ihre Milchzähne, wenn sie damit bäuchlings das Bord runtersausten. Das sollte man nicht tun.
Denn auf dem Davoser Schlitten sitzt man aufrecht, gesteuert und gebremst wird mit den Beinen. Gar nicht so einfach, vor allem weil diese Schlitten abwärts auf Schlittelbahnen ein Sautempo erreichen können und auf Glatteis unkontrollierbar werden.
Noch ist es nicht das richtige Wetter zum Schlitteln. Trotzdem: der Winter wird kommen und dann wird aus dem Keller der oft schon sehr alte Davoser Schlitten hervorgeholt.
Ein Dorf, ein Schlitten. /


Kaum eine Schweizer Familie, die nicht im Besitz von einem oder wohl eher mehreren Davoser Schlitten ist. Die Dinger sind einfach unzerstörbar und so kann es vorkommen, dass Kids von heute mit dem Schlitten des Grossvaters rodeln, den er einst von seinen Eltern bekommen hat.
Traditionell ist der Davoser Schlitten aus Eschenholz gefertigt und 80 bis 130 cm lang. Für die nötige Stabilität sorgt ein Zugeisen, das die beiden mit Eisen beschlagenen Kufen verbindet. Der Davoser Schlitten heisst übrigens so, weil 1883 in Davos das erste historisch belegte Schlittelrennen stattfand, in dem dieser Schlitteltyp verwendet wurde, der von Davoser Schreinern im 19. Jahrhundert gebaut wurde und eine Weiterentwicklung des Norweger Schlittens war.
Ein Davoser Schlitten kostet heute zwischen 90 Franken und 250 Franken.