Sie könne das Material nicht verifizieren, sagte die australische Aussenministerin Julie Bishop am Freitag im Fernsehen. «Ich habe das Material gesehen, es ist widerlich, das anzuschauen.» News Corp Australia hat die Stellen, auf denen Leichen zu sehen sein sollen, unkenntlich gemacht.
Separatisten sollen zu hören sein, wie sie telefonieren. Sie berichten demnach Gesprächspartnern, dass es sich um ein ziviles Flugzeug handele und die Toten Ausländer seien. «Wer hat ihnen erlaubt, durch diesen (Luft)korridor zu fliegen?», fragt einer laut Übersetzung. Einige öffnen Rucksäcke, ziehen Kleidung heraus und nehmen elektronische Geräte in Augenschein.
Bishop und Regierungschef Tony Abbott eröffneten am Freitag in der Hauptstadt Canberra ein Denkmal für die Verstorbenen. 38 kamen aus Australien.
Internationales Tribunal gefordert
Auch die britische Regierung fordert die Einsetzung eines internationalen Tribunals zur Aufklärung der Hintergründe des Abschusses von Flug MH17 über der Ostukraine und zur Strafverfolgung der Verantwortlichen. Den 298 Opfern müsse Gerechtigkeit widerfahren.
Das erklärte Aussenminister Philip Hammond am Freitag, dem Jahrestag des Abschusses.
«Wer hat ihnen erlaubt, durch diesen (Luft)korridor zu fliegen?» /


Dazu sei ein internationales Tribunal erforderlich, das sich auf eine UNO-Resolution stütze. Andernfalls würde den Opfern das Recht auf Gerechtigkeit genommen. Das dürfe «nicht hingenommen werden», erklärte Hammond. Der auch von den Niederlanden unterstützte Vorschlag Malaysias sei «verfrüht und kontraproduktiv», sagte hingegen Russlands Präsident Wladimir Putin.
Die Boeing 777 war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur, als sie über dem umkämpften Gebiet der Ostukraine abstürzte. Die ukrainische Regierung und der Westen vermuten prorussische Rebellen hinter dem Abschuss.
Moskau sieht die Verantwortung bei Kiew. Die meisten Passagiere der Malaysia-Airlines-Maschine waren Niederländer, daher leitet Den Haag die Ermittlungen zu der Tragödie. Die Niederlande gedenken am Freitag der Opfer von Flug MH17.