MAP Diagnostics hofft, durch den Einsatz von Algorithmen den Ausgang einer Schwangerschaft vorhersagen zu können. Grundlage dafür sollen Proteine im Urin der Schwangeren sein. Heute können Schwangerschaftstests nur prognostizieren, ob eine Schwangerschaft vorliegt und wie weit sie fortgeschritten ist.
Text analysiert Proteine im Urin
Wie wäre es jedoch, fragte sich das Team um Stephen Butler, wenn es möglich wäre, weitere Informationen zur Verfügung zu stellen? Drei Viertel der Fehlgeburten finden in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft statt. Viele Frauen warten daher mit der Bekanntgabe bis nach Ablauf dieses Zeitraums. Laut Firmengründer Butler ist das Ziel der Forschung von MAP Diagnostics, den Eltern sagen zu können, wie gross ihre Chancen auf ein gesundes Kind sind.
Der Test analysiert die Proteine im Urin einer Frau und kann die Chance auf eine erfolgreiche Geburt, eine wahrscheinliche Fehlgeburt oder eine Präeklampsie vorhersagen - und auch, ob eine Zwillingsschwangerschaft vorliegt. Die Entwicklung des Tests wurde durch die Verfahren der künstlichen Befruchtung angeregt. Hier werden traditionell die gesündesten Embryonen durch eine genaue visuelle Kontrolle für die Implantation ausgewählt.
Der Standardtest informiert nur bedingt. /


Bei neueren Verfahren wird eine Zelle von jedem Embryo entnommen und mittels eines Gentests auf eine abnormale Anzahl von Chromosomen oder genetische Mutationen untersucht, die auf schlechte Erfolgschancen hinweisen können.
Algorithmus ermöglicht Vorhersagen
Nicht-invasive Ansätze sind derzeit laut Francisco Dominguez von der IVI Foundation auf dem Vormarsch. Auch die spanischen Wissenschaftler haben bereits versucht, die von den Embryonen freigesetzten Proteine zu einer Vorhersage ihrer Gesundheit einzusetzen. Sie geben Proteine ins Blut ab, die im Zellkulturmedium bei der künstlichen Befruchtung oder im Urin der Mütter aufscheinen. Anders als bei einem Urinstreifen wird bei dem neuen Test ein kleines Massenspektrometer eingesetzt, das in Krankenhäusern häufig zum Einsatz kommt, um die Proteine im Urin auszuwerten.
Für die Vorhersagen setzt das Team einen Algorithmus ein, der aufgrund der Proben von 121 Frauen entwickelt wurde, die zwischen sechs und zehn Wochen schwanger waren. Durch das Identifizieren der Unterschiede in den Proteinprofilen der Proben, gelang es dem Algorithmus, Muster zu erkennen, die mit einer Fehlgeburt in Zusammenhang zu stehen scheinen. Ein weiterer Algorithmus kann Zwillinge vorhersagen oder auch, ob die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung vorliegt. Bevor der Test jedoch breit angeboten wird, müssen die Algorithmen noch verfeinert werden. Geplant ist die Analyse von rund 10.000 Proben.