Nico Rosberg mag seinem Glück auch nach fünf Siegen in Folge nicht trauen. Sogar die Nachricht von der Strafversetzung in der Startaufstellung um fünf Positionen (Getriebewechsel) für seinen Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton wirkt beim WM-Leader kaum als Euphorie-Beschleuniger. «Ich rechne voll mit Lewis», sagte Rosberg in Schanghai mit Blick auf das dritte Saisonrennen am Sonntag (Start 08:00 Uhr Schweizer Zeit). Für ihn sei nichts selbstverständlich, so der Wahl-Monegasse, der 2012 in China im 111. Rennen seinen ersten von nunmehr 16 Grand-Prix-Siegen errang.
Die Rückversetzung Hamiltons in der Startaufstellung ändere nichts an seiner Herangehensweise, versicherte Rosberg. Dem 30-Jährigen war sowohl in Melbourne als auch vor zwei Wochen in Sakhir in Bahrain aus zweiter Position ein hervorragender Start gelungen, derweil der von der Pole-Position gestartete Hamilton beide Male schlecht wegkam.
Nico Rosberg gewann die letzten fünf Rennen. (Archivbild) /


Ein guter Start ist auf dem Shanghai International Circuit umso wichtiger, weil die Gerade bis zur ersten Kurve verhältnismässig kurz ist. Hamilton, der bestenfalls als Sechster starten darf, läuft dergestalt Gefahr, in Rad-an-Rad-Duelle mit Konkurrenten aus dem vorderen Mittelfeld verwickelt zu werden.
Trotz des für seine Ansprüche bescheidenen Saisonstarts und immerhin schon 17 Punkten Rückstand auf Rosberg gibt sich Hamilton in China jedoch gelassen. «Vor fünf Jahren hätte ich das noch anders gesehen, eher das Negative als das Positive», erklärte der 31-Jährige, der in Schanghai schon viermal siegreich war. «Das ist eben die Herausforderung, ich geniesse das.»
Ungeliebte Rekordmarke rückt näher
Mit einem Sieg am Sonntag würde Rosberg eine eher ungeliebte Rekordmarke aufstellen. Erringt er in Schanghai seinen 17. Grand-Prix-Erfolg, überholt der Deutsch-Finne den Briten Stirling Moss als Fahrer mit den meisten Siegen ohne WM-Titel. Nico Rosbergs Vater Keke gewann in seiner Karriere lediglich fünf Grands Prix, wurde 1982 mit nur einem Saisonsieg (in Dijon) jedoch Weltmeister.