«Ich wollte mit dem Buch einen Schlussstrich unter meine politische Tätigkeit ziehen», sagte Villiger bei der Buchpräsentation vor den Medien in Zürich.
Er wolle kein «politischer» UBS-Präsident sein, sagte der ehemalige Vorsteher das Finanz- und Militärdepartements.
Ganz werde ihm dies wohl nicht gelingen. «Aber ich will nicht der Besserwisser sein», sagte Villiger.
Den grössten Teil seines Buches schrieb Villiger vor seiner am 4. März bekanntgegebenen Entscheidung, Verwaltungsratspräsident der UBS zu werden.
Unterstützung für Bundesrat
Villiger verteidigte die Politik des Bundesrats, auch die UBS-Staatshilfe.
Der ehemalige Bundesrat Kaspar Villiger zieht einen Schlussstrich. (Archivbild) /


Diese sei ein Beispiel dafür, dass eine Regierung manchmal unkonventionell handeln müsse: «Das ist unschön und nicht gut aus Sicht des Parlamentes.» Solche Interventionen dürften nicht die Regel sein.
In wirtschaftlicher Sicht verfüge die Schweiz indessen über gute Rahmenbedingungen und sei konkurrenzfähig. Das zeige schon der Zuzug ausländischer Unternehmen in die Schweiz.
«Die Kritik am Bankgeheimnis ist auch ein Versuch, den Bankenstandort Schweiz zu schwächen», sagte Villiger. Der Bundesrat versuche, eine Lösung zu finden, die langfristig tragfähig sei. Standortbedingungen spielten eine wichtige Rolle im internationalen Konkurrenzkampf, auch für die UBS.
Villiger musste bei der Buchpräsentation die Frage gefallen lassen, ob er als ehemaliger Finanzminister immer richtig gehandelt habe. «Ich habe damals nicht realisiert, dass man in guten Zeiten grössere Polster haben muss», sagte Villiger im Blick auf die gesetzlichen Regelungen zur Kapitalausstattung der Banken.