Bei schönstem Wetter und - endlich - sommerlichen Temperaturen setzte sich der ausgelassene Demonstrationszug kurz nach 13 Uhr in Bewegung. Ganz vorne mit dabei war nebst der Präsidentin des Organisationskomitees auch der schwule Zürcher Stadtrat André Odermatt (SP).
In einer Ansprache vor der Parade schilderte Odermatt, wie er vor 30 Jahren zum ersten Mal am Christopher Street Day (CSD) in Zürich teilgenommen habe. Damals seien nur wenige dabei gewesen. «Man hatte Angst, erkannt zu werden», erinnerte sich der Vorsteher des Hochbaudepartements.
«Ganz gleich sind wir eben doch nicht»
Heute sei dies anders, Homosexuelle dürften fast alles, allerdings müssten sie sich im Alltag meistens auch etwas mehr anstrengen als die anderen.
Bestes Wetter und beste Stimmung auf dem Zurich Pride Festival-Umzug. /


«Ganz gleich sind wir eben doch nicht», hielt Odermatt fest, «auch wenn uns das die Heteros und Heteras immer wieder einreden wollen».
Die Nagelprobe wird man laut dem SP-Politiker möglicherweise bald erleben. «Nämlich dann, wenn auf dem Stimmzettel die Frage steht, ob wir auch Kinder grossziehen dürfen. Offiziell und mit dem Segen des Staates.»
Höhepunkt des Zurich Pride Festival
Danach zog die gut gelaunte Menge vom Hafendamm Enge bis zur Kreuzstrasse beim Bellevue. Unzählige bunte Ballons wurden mitgeführt. 14 Wagen verschiedener Homosexuellenorganisationen und stampfende Discobeats gaben den Takt vor.
Die rund zweistündige Parade war der Höhepunkt des viertägigen Zurich Pride Festival, das aus dem früheren Christopher Street Day hervorgegangen ist und noch bis Sonntagabend dauert. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und Parties runden den Gay-Event ab.