Viele Länder betrachteten ihre Währungen als Waffe, sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn am Donnerstag vor Beginn der Jahrestagung von IWF und Weltbank in Washington. Das sei «bestimmt nicht zum Besten der Weltwirtschaft».
Strauss-Kahn betonte, dass der IWF «der richtige Ort» sei, um Währungsstreitigkeiten zu behandeln. Er schlug «eine Art systemweite Stabilitätsinitiative» vor - ohne Details zu nennnen. Zugleich dämpfte er Hoffnungen auf schnelle Ergebnisse: Das Problem könne nicht in fünf Minuten gelöst werden.
Die internationale Kooperation nehme ab, konstatierte der IWF-Chef. Das sei «eine echte Gefahr».
IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. /


Dabei sei auf dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise die internationale Zusammenarbeit - etwa auf den Gipfeln der 20 wichtigsten Wirtschaftsmächte (G20) in London oder Pittsburgh 2009 - noch hervorragend gewesen.
Nicht auf Kosten anderer
Die Geschichte zeige, dass Wirtschaftspolitik auf Kosten anderer keine Zukunft habe, sagte auch Weltbank-Präsident Robert Zoellick. Er sieht die derzeitigen Währungsstreitigkeiten auch als Folge des schleppenden Wachstums in Industrienationen und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit.
«Wo es hohe Arbeitslosigkeit gibt, gibt es Spannungen. Das sehen wir in der Diskussionen über Währungen», sagte Zoellick. Auch er plädierte für eine gemeinsame Suche nach Lösungen.
Vor allem China im Visier
Vor allem China wird wegen seiner Politik kritisiert, seine Währung niedrig zu halten und damit chinesische Waren im internationalen Handel künstlich zu verbilligen.
US-Finanzminister Timothy Geithner hatte im Streit mit China erst am Mittwoch noch einmal nachgelegt: «Wenn grosse Volkswirtschaften mit unterbewerteten Währungen sich gegen eine Aufwertung stemmen, ermutigen sie andere Länder, dasselbe zu tun.»