Lumengo hatte am Mittwoch erklärt, er prüfe nach seinem Austritt aus der SP die Angebote anderer Parteien, die eine Zusammenarbeit mit ihm erwägen oder ihn gar aufnehmen möchten. Im Gespräch seien namentlich die EVP und die Alternative Linke (AL).
Unter anderem sei er von der AL kontaktiert worden, berichtete er. Die Partei wurde im Mai gegründet und soll die linksalternativen Kräfte ausserhalb der SP und der Grünen zusammenfassen.
AL bestätigt Kontakt zu Lumengo
Die AL bestätigte die Kontakte zu Lumengo. In einer Mitteilung vom frühen Donnerstagmorgen hält die Partei aber fest, dass sie nicht seriös habe mit Lumengo über politische Positionen diskutieren können.
Man habe die politischen Stellungnahmen von Nationalrat Lumengo analysiert, schreibt die AL in der Mitteilung weiter. Dabei sei die Partei zum Schluss gekommen, dass sie keine Verbindungen eingehen wolle, die ihrer Überzeugung zuwiderliefen.
Alternative Linke bricht die Gespräche mit Ricardo Lumengo ab. /

Wegen Wahlfälschung verurteilt
Lumengo war vergangene Woche in erster Instanz wegen Wahlfälschung verurteilt worden. Er zieht das Urteil weiter. Trotzdem forderte ihn die SP zum sofortigen Rücktritt als Nationalrat auf. Der Bieler Politiker gab darauf seinen Austritt aus der SP bekannt.
Sein Amt als Nationalrat will Lumengo zunächst als Parteiloser weiterführen, wie er am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte. Ob er sich einer Fraktion anschliesse, sei noch offen.
Mittelfristig stelle sich die Frage einer erneuten Kandidatur bei den Wahlen 2011 - auf einer eigenen Liste oder als Mitglied einer anderen Partei. Alle Optionen seien offen, betonte Lumengo.