Nachdem das Parlament die neue Postgesetzgebung in der Schlussabstimmung gutgeheissen hat, wird die neue Rechtsform der Post rasch Realität. Post und PostFinance würden voraussichtlich per 1. Januar 2012 zu Aktiengesellschaften, sagte Postchef Jürg Bucher am Freitag. Dafür müssten die neuen Gesetze im Verlaufe des Jahres 2011 in Kraft treten.
«Mit dieser modernen Struktur wird die Post agiler und flexibler», sagte Bucher. Sie könne vor allem besser kooperieren, könne die Anstellungsbedingungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jenen in den jeweiligen Branchen anpassen und zudem werde Politik und Unternehmensführung getrennt.
Gewinne nahe der Milliardengrenze dürften bei der Post auch in Zukunft anfallen.
Die Post. /


«Die Post braucht mittelfristig Gewinne zwischen 700 und 800 Millionen Franken», sagte Bucher. Gründe dafür seien die Bildung des Eigenkapitals, die Ausfinanzierung der Pensionskasse, die Weiterentwicklung des Unternehmens und die Dividende an den Bund.
Bestes Ergebnis erwartet
Für das laufende Jahr erwartet er das «operativ beste Ergebnis» und einen der höchsten Gewinne der Unternehmensgeschichte. Die hohen Gewinne hatten etwa bei der Wirtschaft den Ruf nach Preissenkungen ertönen lassen.
Die Post strebe zwar im nächsten Jahr Preisanpassungen wegen angepasster Dienstleistungen für einen kleinen Kreis von Firmenkunden an, sagte Bucher. «Doch der Eindruck wäre falsch, dass die Post die Preise erhöhen will, kurz nachdem das Gesetz zustande gekommen ist.» Bei Standardprodukten wie etwa A-Post oder Pakete gebe es keine Preiserhöhung.
Dass die Räte das Postmonopol auf Briefe unter 50 Gramm für mindestens drei Jahre bestätigten, will Bucher nicht überbewerten. «Wir haben immer gesagt, dass wir mit oder ohne Monopol leben können.» Die grössere Herausforderung im Briefmarkt seien die veränderten Kundenbedürfnisse und die Konkurrenz durch die elektronische Kommunikation.