Mehr als 240'000 Menschen und 107'000 Nutztiere hätten den Zugang zu Trinkwasser verloren, teilte die Verwaltung der Provinz Shandong am Montag mit, sie würden von Feuerwehrautos mit Wasser versorgt.
In vielen Gegenden gab es seit vier Monaten keinen Niederschlag mehr. Der Sommerweizen auf einer Fläche von rund 350'000 Hektaren sei schon verdorrt oder stehe kurz davor, hiess es auf Internetseite von Shandong.
Die Trockenheit macht grossen Teilen des chinesischen Nordostens zu schaffen, der als Kornkammer des Landes gilt. Betroffen sind die Provinzen Henan, Shanxi, Hebei, Jiangsu und Anhui. In der Hauptstadt Peking ist in diesem Winter kein Schnee gefallen, die Wasserversorgung ist aber noch nicht in Mitleidenschaft gezogen worden.
Ausgetrocknete Erde (Symbol). /

Millionensummen freigegeben
Die Dürre und die ungewöhnlich hohen Temperaturen sollen laut Wettervorhersagen noch bis in den Frühling anhalten. Wissenschaftler halten das Wetterphänomen La Niña, das auch für die Überschwemmungen in Australien verantwortlich sein soll, für den Auslöser der Trockenheit im Nordosten Chinas. Der Süden des Landes hingegen leidet unter einer Kältewelle.
Ministerpräsident Wen Jiabao widmete der Dürre bei einem Besuch in Henan am Wochenende seine Aufmerksamkeit. Er rief die lokalen Behörden dazu auf, den Bauern noch stärker zu helfen. Die Provinzregierung hat nach eigenen Angaben bislang umgerechnet 7,2 Millionen Franken an Nothilfe für 15 Städte bewilligt.
In den Staatsmedien hiess es zudem, die chinesische Regierung habe bereits mehr als 90 Millionen Franken vorgesehen, um mehr als zwei Millionen Menschen zu bezahlen, die in Hilfsprojekten gegen die Dürre arbeiten sollen.