Regula Stämpfli / Quelle: news.ch / Freitag, 28. Januar 2011 / 20:50 h
Freitagsgebet – schon einmal begann der Aufstand, damals gegen die Briten, vor einer Moschee. Die Moschee ist der öffentliche Raum, in welchem sich die Menschen noch versammeln dürfen und können
Mubarak eskaliert und kappt alle Linien, alte Kommunikationstechnologien kommen zum Tragen
Falls die ägyptische Revolution klappt, dann wäre seit Jahrzehnten erstmals ein Grossteil der arabischen Bevölkerung nicht mehr unter der Fuchtel eines Polizeistaates
Mubarak erinnert an die Banker – völliger Realitätsverlust
22‘000 mannstarke Truppe beschützt Mubarak – das ist quasi seine Privatarmee
Mubarak hat offenbar die Kontrolle über die ägyptische Armee verloren, da sich die Menschen mit den Armeeangehörigen zu verbrüdern beginnen
Al Jazeera ersetzt BBC World oder CNN, bringen authentische Bilder
Fox und die amerikanische Rechte denunziert die ägyptischen Unruhen als islamistischen Aufstand
Der Ursprung der Aufstände ist säkular, die Muslimbruderschaft kam erst später hinzu
Das revolutionäre Moment in Kairo ist spürbar, ebenso die Wucht der Veränderungen, von denen noch kein Mensch weiss, wohin sie führen
Kairo ist keine Jasmin-sondern eine Zornsprechrevolution
Mubarak ist auch kein Ben Ali
Das WEF völlig schwach, der UN-Generalsekretär sagt das Einzig richtige, dass hier der Moment ist, auf die Menschen zu hören
Der angeschlagene deutsche Verteidigungsminister gebraucht eine typisch deutsche Blut-und Bodensprache und redet von Infektion in der Region...
Protest nach dem Freitagsgebet: schon einmal begann danach der Aufstand /


seine Sprache sagt alles über sein Nicht-Verständnis dessen, was vor seinen Augen passiert. BamS hat hier wohl noch keinen Ticker für Guttenberg geliefert, deshalb redet er solchen Stuss
Freitagsgebet ist der Auslöser – die USA völlig unvorbereitet
Hillary Clinton gibt schwaches Statement ab, da sie einerseits die Stabilität in der Region unter einem Autokraten immer unterstützt hat, andererseits wenigstens verbal für einige Grundrechte plädieren muss
Die Frauen nachmittags wurden durch die Männer in der Nacht ersetzt
Der Hauptsitz von Mubaraks Partei steht in Flammen - der wird in der Nacht niederbrennen
Die Ausgangssperre ist gebrochen: Die Menschen folgen den Autobahnen und den Strassen
Aufwühlend die Bilder, wie normal Protest auch ist, man sieht Menschen miteinander reden, einander helfen, was trinken und dann wieder laut rufen: Mubarak muss weg
Kairo ist in Tränengas und Benzingeruch gehüllt
Obwohl Mubarak klar Polizeieinsatz und Militäreinsatz beordert hat, sind viele Stellen in Kairo ohne Präsenz von Polizei und Militär – an einigen Orten gibt es Menschen, die einander grüssen – Demonstranten und Soldaten
Ägypten steht an dritter Stelle der US-Aussenhilfe. Falls die Dinge in Ägypten für die USA fehlschlagen, dann schlägt alles fehl
Die strategische Funktion des Suezkanals spielt einmal mehr eine wichtige Rolle
Jemen, Jordanien, Saudi-Arabien sind strategische Interessen, Libyen interessiert im Moment niemand (ausser die Schweizer – ob wohl die Genfer Polizei schon einen Einsatz plant?)
Alle sind punkto Einschätzung überfordert, klar ist, hier passiert Geschichte
Hillary Clinton und Mubarak sind sicher im Moment am Telefon, nicht mehr Skype, da alle Linien gekappt sind
400-500 Protestierende blockieren einen Militärtruck – erinnert an Bilder von 1968 in Prag – kein weisses Fahnenschwingen, wie wir es vor einigen Stunden sahen... reicht es, den Menschen und ihren Massen, die bewaffneten Truppen aufzuhalten?