Washington - Mehrere tausend Demonstranten haben im Golfstaat Bahrain am Mittwoch den dritten Tag in Folge ihre Proteste gegen die Regierung fortgesetzt. Viele von ihnen verbrachten die Nacht in Zelten auf dem zentralen Platz der Hauptstadt Manama.
Einige Demonstranten schlossen sich am Morgen einer Trauerfeier für einen am Dienstag bei Zusammenstössen mit der Polizei getöteten Demonstranten an. Bereits am Montag war ein Demonstrant getötet worden. Mindestens 25 Menschen wurden beim Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen verletzt.
Demokratische Öffnungs
Die Demonstranten waren einem Aufruf der Opposition zu einem «Tag des Zorns» am Montag gefolgt.
Der Inselstaat Bahrain nimmt sich Tunesien und Ägypten zum Vorbild. /


Jugendgruppen und Menschenrechtsaktivisten in dem Königreich hatten im Internet am Jahrestag der Verfassung von 2002 zu einer Grossdemonstration nach dem Beispiel der Massenproteste in Ägypten aufgerufen.
Sie betonten, dass das Ziel der Proteste nicht die Absetzung des herrschenden Regimes sei, sondern lediglich eine demokratische Öffnung des politischen Systems. Die schiitische Bevölkerungsmehrheit in Bahrain wirft der sunnitischen Führungsschicht Diskriminierung vor.
USA sind besorgt um Gewaltanwendung
Die USA äusserten sich beunruhigt über die Gewalt bei den Protesten in Bahrain geäussert. Die Vereinigten Staaten seien deswegen «sehr besorgt», erklärte der Sprecher des Aussenministeriums in Washington, Philip Crowley, am Dienstag.
Er rief «alle Seiten auf, sich zurückzuhalten und Gewalt zu unterlassen.» Crowley fügte hinzu, die USA hätten eine Bestätigung erhalten, wonach zwei Demonstranten getötet worden seien.
Er appellierte an die Regierung des Golfstaats auf, wie von ihr versprochen die Fälle zu untersuchen und «gegen jeglichen ungerechtfertigten Einsatz von Gewalt seitens der Sicherheitskräfte Bahrains» vorzugehen.