Das Opfer erlag seinen Verletzungen, nachdem die Streitkräfte in der Nacht zum Samstag eine Demonstration militanter Oppositioneller auf dem Tahrir-Platz mit Gewalt aufgelöst hatten.
71 weitere Menschen erlitten Verletzungen, bestätigte das Gesundheitsministerium am Samstag in Kairo. Einige wiesen Schussverletzungen auf. Zunächst hatten Spitäler von zwei Toten berichtet.
Das Militär war im Anschluss an eine Grosskundgebung der Demokratiebewegung eingeschritten, als mehrere hundert Demonstranten den Platz nicht räumen wollten.
Zuvor hatten am Freitag zehntausende Menschen friedlich für Gerichtsverfahren gegen Mubarak und seine Mitarbeiter demonstriert. Die Opposition wirft den ehemaligen Regime-Grössen Korruption und die Tötung von Demonstranten vor.
Das Militär sperrte den Tahrir-Platz, das einstige Zentrum der Proteste gegen Mubarak, am Samstag für den Verkehr. Im Laufe des Vormittags sickerten jedoch wieder hunderte Demonstranten auf den Platz in der Mitte Kairos.
Demonstration auf dem Tahrir-Platz. (Archivbild) /


Sie entrollten den dort von der Armee gelagerten Stacheldraht, um sich auf eine Dauerbesetzung einzurichten, berichtete ein Fotograf der Fotoagentur epa. Die Sicherheitskräfte schritten vorerst nicht ein.
Verfahren gegen Mubarak verlangt
Die Streitkräfte veröffentlichten am Samstag eine Erklärung, in der sie «Gesetzlose» für Ausschreitungen und einen Verstoss gegen das nächtliche Ausgehverbot verantwortlich machten. Es sei jedoch niemand zu Schaden gekommen oder verletzt worden.
Das Blutvergiessen am frühen Samstagmorgen markierte den ersten direkten Zusammenstoss zwischen Militär und Demonstranten seit dem Sturz Mubaraks.
Tote hatte es allerdings seitdem schon bei religiös motivierter Gewalt gegen christliche Kopten gegeben. Bei den Strassenschlachten während der Anti-Mubarak-Proteste waren nach offiziellen Angaben 840 Menschen getötet worden.
Mubarak in Scharm-el-Scheich
Mubarak und seine Familie stehen in einem Präsidentenpalast im Badeort Scharm-el-Scheich am Roten Meer unter Hausarrest. Ihr Vermögen ist eingefroren. Bei vielen Menschen wächst aber die Ungeduld, weil immer noch keine Schritte gegen Mubarak und seine Familie unternommen wurden.