Das Nein zur Initiative für die Abschaffung der Pauschalbesteuerung fiel mit 21'541 Nein gegen 19'132 Ja knapp aus. Die Stimmbeteiligung betrug 27,4 Prozent.
Zur Zeit bezahlen im Thurgau 127 Pauschalbesteuerte 11 Millionen Franken pro Jahr. Das entspricht im Durchschnitt knapp 67'000 Franken pro Person. Inskünftig werden reiche Ausländer tiefer in die Tasche greifen und mindestens 150'000 Franken pro Jahr zahlen müssen. Die Übergangsfrist für die Verschärfung der Pauschalbesteuerung beträgt drei Jahre.
Pauschalsteuer bleibt auf der politischen Agenda
Die Initianten (Grüne und SP) warben unter dem Motto «keine Extrawürste für reiche Ausländer» für die Abschaffung der «ungerechten» Pauschalbesteuerung.
Wären viele Reiche weggezogen, wenn die Pauschalbesteuerung abgeschafft worden wäre? /


Laut den Initiativ-Gegnern wären bei einer Abschaffung viele Pauschalbesteuerte aus dem Thurgau weggezogen. Dies hätte nicht nur zu Steuerausfällen geführt, sondern auch das heimische Gewerbe geschwächt.
Die Pauschalsteuer bleibt auf der politischen Agenda der Schweiz. Nach der Abschaffung im Kanton Zürich sind in mehreren Kantonen Initiativen zu Stande gekommen, welche diese Steuer aushebeln wollen.
Wahlsystem bleibt
Keine Chance hatte eine Volksinitiative, welche ein neues Berechnungsverfahren für die Grossratswahlen verlangte. Sie wurde mit 25'007 gegen 15'327 Stimmen abgelehnt. Mit dem sogenannten «doppelten Pukelsheim» wollten die Initianten Vertretern von kleinen Parteien in kleinen Bezirken faire Wahlchancen geben.
Für erneuerbare Energie
Mit 35'386 gegen 6633 Stimmen klar angenommen haben die Thurgauerinnen und Thurgauer die Volksinitiative «Ja zu effizienter und erneuerbarer Energie - natürlich Thurgau». Die Förderung erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz wird damit zur Staatsaufgabe und in der Kantonsverfassung verankert.