Hochempfindliche Seismometer zeichnen kleinste Bodenbewegungen auf und übermitteln sie in Echtzeit an die SED-Rechenzentrale in Zürich, wie die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) am Dienstag mitteilte.
Das Messnetz soll im Hinblick auf die Planung eines Endlagers für radioaktive Abfälle aufzeigen, wo sich Schwächezonen in den Gesteinsschichten befinden, wie Nagra-Mediensprecher Heinz Sager auf Anfrage sagte.
Zudem hätten die AKW-Betreiber Interesse an den Erdbebendaten. Die Stromkonzerne arbeiten bereits heute mit dem SED zusammen, um die Daten des Starkbeben-Netzes für AKW und Stauwerke auszuwerten.
Modernes Breitband-Seismometer. /

Bunker, Stollen und Reservoirs gesucht
Der Erdbebendienst sucht für den Ausbau des Breitbandnetzes bestehende Bauten wie Bunker, Stollen oder Reservoirs. Diese sollen sich in abgelegenen Gebieten befinden, damit nicht Baumaschinen oder Verkehr die Messdaten beeinflussen.
Bis Ende 2011 sollen zehn Standorte gefunden werden. Die restlichen folgen bis Ende 2012. Der SED übermittelt die Daten zudem an den Landeserdbebendienst Baden-Württemberg (LED) und erhält im Gegenzug Resultate von Messstationen in Süddeutschland.