Die Forderung basiert auf der jüngsten Intervention der Schweizerischen Nationalbank, um den starken Schweizer Franken zu schwächen. Erwartet wird deshalb eine weitere, längere Tiefzinsperiode. Direkt profitieren können davon auch Hauseigentümer, die bei der Neuverhandlung von Hypotheken mit tieferen Zinssätzen rechnen können.
Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband (SMV) findet es daher umso stossender, dass die Mietenden durch die Berechnungsart des Referenzzinssatzes seit Jahres «systematisch benachteiligt werden» wie er am Freitag mitteilte.
«Die neue Zinssenkungsrunde macht eine schnelle Änderung der Berechnungsmethode noch dringender.» Der SMV fordert daher Bundesrat Johann Schneider-Ammann auf, die Berechnungsart hin zu einer mathematischen Rundung zu ändern.
Schneider-Ammann entscheidet im Herbst
Mit dieser Forderungen betritt der SMV keineswegs Neuland. Im Frühsommer führte das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) eine Konsultation durch, ob die Berechnung künftig normalen Rundungsregeln folgen sollte. Wie Cipriano Alvarez, Leiter des Bereichs Recht beim BWO auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte, wurde die Konsultation abgeschlossen.
Befürworter und Gegner einer Änderung der Berechnungsmethode hielten sich ungefähr die Waage, sagte Alvarez. Deshalb würden nun weitere Gespräche mit Verbandsspitzen und Experten geführt. Ob es schliesslich zu einem Wechsel der Berechnungsart für den Referenzzinssatz komme, sei offen. Bundesrat Johann Schneider-Ammann werde den Entscheid diesen Herbst fällen.
Allerdings wird «die neue Zinssituation als neues Element in die Entscheidfindung einfliessen», erklärte Alvarez angesichts der zu erwartenden Tiefzinsperiode.