Insgesamt 130 Mädchen und Jungen bis 16 Jahre seien auf ihre Schilddrüsenfunktion untersucht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Dienstag. Zehn von ihnen wiesen demnach veränderte Hormonwerte auf.
«Wir können derzeit nicht sagen, dass die Kinder krank sind. Aber sie müssen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden», sagte ein Sprecher der Tschernobyl-Stiftung in Japan. Diese hatte die Untersuchungen zusammen mit der Shinshu-Uniklinik organisiert.
Radioaktives Jod in Schilddrüse
Nach einem Atomunfall besteht die Gefahr, dass sich freigesetztes radioaktives Jod in der Schilddrüse anreichert.
Kinder in Fukushima leiden speziell an den Folgen der Atomkatastrophe. /


Dort kann es schwere Krankheiten wie Krebs auslösen. Am 11. März waren Fukushima und angrenzende Provinzen im Nordosten Japans von einem Erdbeben der Stärke 9,0 und einem Jahrhundert-Tsunami heimgesucht worden.
Mehr als 15'000 Menschen starben. Im AKW Fukushima Daiichi kam es zu Kernschmelzen. Aus der Anlage entweicht weiter Radioaktivität, wenngleich erheblich weniger als zu Beginn der Katastrophe.
Die Regierung hatte deshalb am vergangenen Freitag ihre Evakuierungsempfehlung für Gebiete im Umkreis zwischen 20 und 30 Kilometern um das Atomkraftwerk aufgehoben.