Mladic erhalte, wie jeder andere Gefangene des Jugoslawien-Tribunals «die beste medizinische Versorgung und Aufmerksamkeit, die in den Niederlanden möglich ist», sagte Gerichtssprecherin Nerma Jelacic.
Zugleich dementierte sie Medienberichte, wonach der 69-Jährige in der Untersuchungshaft einen Kollaps erlitten habe und wiederbelebt worden sei. «Ich möchte betonen, dass dies völlig inkorrekt ist», sagte sie.
Bereits bei einer Anhörung in der vergangenen Woche hatte Mladic erklärt, gesundheitlich geschwächt zu sein und an Schmerzen wegen eines Niersteins zu leiden. Nach Angaben seiner Familie hatte er in den 16 Jahren, in denen er sich versteckt hielt, zwei Schlaganfälle.
Verfahren beschleunigen
Die Staatsanwaltschaft hatte sich im August unter Hinweis auf die Gefahr einer Verschlechterung der Gesundheit des Angeklagten für eine Beschleunigung des Verfahrens ausgesprochen.
Ratko Mladic gesundheitlich geschwächt. /


Dafür beantragte sie eine Aufteilung auf zwei aufeinanderfolgende Prozesse.
Mladic war im Mai nach 16 Jahren auf der Flucht in Serbien verhaftet und nach Den Haag ausgeliefert worden. Er muss sich seit Juni vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal verantworten.
Serbische Einheiten hatten in Srebrenica während des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995 rund 8000 muslimische Männer und Jungen getötet. Mladic war zu dieser Zeit Befehlshaber. Die UNO hat das Massaker von Srebrenica als Kriegsverbrechen bezeichnet.
Der einst ebenfalls im Zusammenhang mit den Massenmorden in Srebrenica wegen Völkermordes angeklagte Ex-Staatschef Jugoslawiens, Slobodan Milosevic, war 2006 nach vierjähriger Prozessdauer im Haager UNO-Gefängnis gestorben, ohne verurteilt worden zu sein.