In der Schweiz werde es bis zum Jahr 2050 möglicherweise bis zwei Grad wärmer, sagte der baselstädtische Revierförster Christoph Zuber als WbB-Vorstandsmitglied am Donnerstag im Liestaler Wald vor den Medien. Auch die Niederschlagsmengen veränderten sich, und Extremereignisse wie Dürren oder Stürme könnten zunehmen.
Von Umwelt- und Klimaeinflüssen geschwächte Bäume sind anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer und brechen eher im Wind und mit Schnee; zudem ist ihr Holz schlechter verkäuflich. Weil Bäume sehr langsam wachsen, müsse man jetzt vorausschauend handeln, hiess es. Eignung und Zulässigkeit gebietsfremder Arten würden nun geprüft.
Douglasie statt Weisstanne
Ein Klima-Opfer im Nordwestschweizer Wald ist die Weisstanne. Hingegen kann sich die Eiche in höhere Lagen als bisher ausbreiten. Chancen hat auch die Edelkastanie.
Der Klimawandel dürfte die Fauna und Flora der Schweiz in den nächsten Jahren verändern. /


Trotz ihres attraktiven Holzes nicht nur Freunde hat die Robinie, die sich an manchen Waldrändern invasiv ausbreitet und anderes verdrängt.
Zwecks Artenvielfalt haben die Forstleute die Douglasie im Auge: Der nordamerikanische Nadelbaum, der der Rottanne gleicht, wächst hier gut, gibt gefragtes Holz und steht dank tiefen Wurzeln auch sicherer. Douglasien wurden in Liestal schon vor gut hundert Jahren gepflanzt. Auch Thuja-Bäume seien vom Wuchs und Holz her geeignet.
Heute rentiert die Waldwirtschaft in der Region Basel klar nicht. So schreibt die Bürgergemeinde Liestal nicht mit dem Wald schwarze Zahlen, sondern dank Nebeneinnahmen wie einer Inertstoffdeponie. Trotz Allgemeinnutzen wie Trinkwasserschutz, Lufthygiene und Freizeitbühne bekomme der Wald kaum Steuergelder, hiess es.
Auf dem Markt habe es einheimisches Massivholz schwer. Ohne das 2008 eingeweihte grosse Basler Holzkraftwerk sähe es laut Zuber für die regionalen Forste heute ganz düster aus.