Die Stadt ist umzingelt; Armeeposten kontrollieren alle Zugangsstrassen. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gehen auch die Heizölvorräte zur Neige. In ganz Homs gibt es nach Angaben von Aktivisten nur noch drei Ärzte, einer wurde durch Granatenbeschuss verletzt.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) bezeichnet die Lage von Verletzten und Kranken in Syrien als katastrophal. Ärzte und Patienten mit Schussverletzungen müssten damit rechnen, in der Klinik verhaftet zu werden, sagte die MSF-Präsidentin Marie-Pierre Allié der Nachrichtenagentur dpa in Paris.
«Weil die Leute aus Angst nicht mehr in Spitäler gehen, haben die Mediziner und Pfleger ein Parallelsystem aufgebaut.» Patienten würden nun in Untergrund-Kliniken behandelt - allerdings unter prekären Umständen.
Bombardierung geht weiter
Seit sechs Tagen wird Homs bereits von der syrischen Armee attackiert. Der Aktivist Omar Schaker sagte der Nachrichtenagentur AFP, «Raketen regnen heute ununterbrochen auf Baba Amr». In den von den Bombardierungen betroffenen Häusern befänden sich zahlreiche verkohlte Leichen.
Die Lage in Syrien ist ernst. /


Ein weiterer Aktivist sagte, Homs sei inzwischen eine «Geisterstadt». Die Aufständischen seien mit ihren Handfeuerwaffen den «Raketen des Regimes» unterlegen.
Seit Beginn der Offensive auf die Protest-Hochburg am 4. Februar wurden laut der Beobachtungsstelle hunderte Zivilisten getötet. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bestätigte den Tod von etwa 250 mehrheitlich unbewaffneten Zivilisten und warnte vor einer «schweren humanitären Krise» in der Stadt.
Trotz der brutalen Niederschlagung der Proteste riefen Aktivisten für Freitag zu neuen Massendemonstrationen auf, die sich diesmal gegen das russische Veto gegen eine UNO-Resolution zur Verurteilung der Gewalt richten sollen.
Internationale Verurteilung
US-Präsident Barack Obama sagte nach einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti in Washington, Italien und die USA seien sich darin einig, dass die syrische Regierung, die «ihr Volk angreift», ersetzt werden müsse.
Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton sagte, Russland müsse der «Realität» ins Auge sehen und erkennen, was in Syrien vor sich gehe. Sie äusserte Enttäuschung über die Ablehnung der Resolution im UNO-Sicherheitsrat.