Die 86. Spielminute war angebrochen, als sich Jacques Zoua mit dem Ball der Strafraumgrenze entlang auf den Weg machte. Kein Münchner hielt den Kameruner auf, der die Übersicht behielt und die Kugel lässig zu Valentin Stocker durchsteckte und der Joker liess sich nicht zweimal bitten, fasste sich ein Herz und traf zur Basler Glückseligkeit. Er ballerte die «Bebbi» wortwörtlich ins Glück.
Gut 16 Stunden ist es nun her und wer sich auch jetzt noch verwundert die Augen reibt, bei einem Blick in die Zeitung: Ja, es ist wahr! Der FC Basel hat den deutschen Rekordmeister in die Knie gezwungen!
Basler Stolz
Gewonnen ist aber noch nichts, wie Heiko Vogel, Coach des Schweizer Meisters, nach dem Schlusspfiff mehrmals betonte. Dennoch wusste auch der ehemalige Juniorentrainer der Bayern um die Sensation, die seine Jungs vollbracht hatten und er war auch dementsprechend sehr stolz auf sie.
Es gibt viele Überschriften, die den gestrigen Abend beschreiben. Hier eine kleine Auswahl:
Das Wunder hat einen Namen - FC Basel
Die Schweiz feiert «unseren» FCB
Basel erobert Europa
Ein Spiel trennt das Team vom Rheinknie noch davon Geschichte zu schreiben, was sie natürlich längst getan haben. Doch kein Eidgenosse hätte wohl etwas gegen eine Fortsetzung, sodass auch am 13.
Schier unglaublich, was der FC Basel vollbracht hat. /


März um 20.45 Uhr (live auf fussball.ch) für 90 Minuten wieder eine ganze Nation Blau-Rot statt Rot-Weiss denkt.
Arroganz oder gesundes Selbstvertrauen?
Nachdem die Münchner den Schock verdaut haben, meldeten auch sie sich zu Wort. Allen voran Präsident Uli Hoeness. Er sprach von schlechten Terrainverhältnissen, die es verunmöglichten, dass seine «besseren Bayern» ihren Fussball spielen konnten. Zudem garantierte er regelrecht, dass sich der Tabellendritte aus Deutschland für die Viertelfinals qualifizieren wird.
Da war sie also wieder, die bayrische Arroganz oder nennen wir sie mal liebevoll «gesundes Selbstvertrauen» und «Überzeugung der eigenen Fähigkeiten». Grund zum Jubeln hatten wir Schweizer ja genug, da müssen wir uns ja nicht noch damit beschäftigen mit den Bayern traurig zu sein.
Trister Super-League-Alltag
Bereits am Samstag muss der FC Basel wieder in der heimischen Liga ran. Dann empfangen die Helden den FC Zürich zum Klassiker. Eigentlich jedes Mal ein Highlight, doch nach dem CL-Clou sieht dies eher wie trister Super-League-Alltag aus.