Mittlerweile gehört Huawei zu den Firmen, die die technische Weiterentwicklung von drahtlosen Datenkommunikationsstandards aktiv vorantreiben. Die Standardisierungsorganisation «3rd Generation Partnership Project» (3GPP) bestätigt, dass seit 2010 etwa 265 grundsätzliche Spezifizierungen von Huawei im Bereich LTE und seinen Nachfolgetechniken anerkannt worden seien. Dies seien etwa zwanzig Prozent sämtlicher eingereichten Spezifikationen und die höchste Anzahl von Spezifizierungen aller Unternehmen der Branche.
Technische Informationen zu «Beyond LTE» noch rar
Mit detaillierten Informationen zu «Beyond LTE» hält sich Huawei noch sehr bedeckt. Die Technik soll die Übertragungsgeschwindigkeit von LTE auf 30 GBit/s steigern. Allerdings gibt Huawei nicht an, welche Bandbreite dafür erforderlich sein wird, um diese Datenübertragungsrate tatsächlich zu erreichen. Huawei behauptet, «Beyond LTE» ermögliche «grosse Fortschritte» in den Bereichen Antennen-Struktur, Funkfrequenz-Architektur, IF (Intermediate Frequency)-Algorithmen sowie Multiuser-MIMO (Multi-Input Multi-Output).
Bei IF handelt es sich um eine Frequenz, die aus einer Mischung von zwei Frequenzen hervorgegangen ist und die in einem Zwischenfrequenz-Verstärker aufbereitet wird. Das MIMO-Verfahren basiert auf einem Mehrantennensystem und soll das Signal-Rausch-Verhältnis eines Funksignals verbessern. Darüber hinaus soll «Beyond LTE» die Effizienz der Frequenzband-Nutzung mobiler Kommunikationssysteme verbessern und den Aufbau und den Betrieb kompletter Netze vereinfachen.
Die Technik soll die Übertragungsgeschwindigkeit von LTE auf 30 GBit/s steigern. /


«Beyond LTE» stellt also wohl eine Weiterentwicklung bereits bestehender Technikern dar. Die neue Antennenstruktur soll die Leistungsstärke deutlich verbessern. Dabei soll der verbesserte Multi-Antennen-Kodierungs-Algorithmus die komplette Kapazität der MIMO-Kanäle nutzen. Insgesamt strebt Huawei an, dass die neue Funkfrequenz-Technik die Kosten sowie den Energieverbrauch im Funknetz deutlich reduzieren soll.
Kompatibilität zu «LTE-Advanced» noch ungeklärt
«Beyond LTE» ist nicht der erste Ansatz, die aktuell im Aufbau befindliche LTE-Technik zu verbessern, bei der theoretisch Datenraten von bis zu 300 MBit/s möglich sind. Eine erste Stossrichtung stellt «LTE-Advanced» dar, das seit rund drei Jahren entwickelt wird. LTE-Advanced nutzt dieselben Frequenzbänder wie LTE. Bei LTE-Advanced werden in den unterschiedlichen Mobilfunk-Frequenzbändern Frequenzblöcke von bis zu 100 MHz zusammengefasst. Das MIMO-Verfahren wird bei LTE-Advanced als 8x8-MIMO ausgeführt. Innerhalb dieses Mehrantennensystems gibt es also acht Sende- und acht Empfangseinheiten.
Ob und wie «Beyond LTE» zu LTE-Advanced kompatibel ist oder eine Weiterentwicklung dieser selbst noch nicht endgültig standardisierten Technik darstellt, hat Huawei bislang nicht bekannt gegeben.