Path unterscheidet sich in zwei Punkten von gewöhnlichen Social-Media-Netzwerken: Die Plattform erlaubt nicht mehr als 150 Freunde und ist ausschliesslich als Mobile App erhältlich, eine Browserversion wurde nicht konzipiert. Mit diesem Konzept konnte Path bereits über zwei Mio. User sammeln.
Anfang des Jahres geriet das Start-up ins Visier der Datenschützer. Bemängelt wurde, dass Path ohne Wissen der Benutzer Smartphone-Adressbücher nach Netzwerk-Mitgliedern durchstöberte. In manchen Fällen wurden Daten unverschlüsselt auf den Unternehmensservern gespeichert. Die App-Entwickler wurden vergangene Woche vom US-Kongress aufgefordert, Informationen zu ihren Datensammlungs-Techniken preiszugeben.
Ein Update soll das Problem mit dem Datenschutz beheben. /


«Nehmen Privatsphäre ernst»
Ein Path-Update soll nun den Zorn der User im sorglosen Umgang mit den Daten besänftigen. Die neue Version 2.1.1., die seit gestern im iTunes-Store erhältlich ist, habe nun die Sicherheit der App durch einen Schutzschild namens «Hashing», das die Daten anonymisiert, massgeblich verbessert. «Das bedeutet, dass in Zukunft Familiennamen, Telefonnummern, Mailadressen, Twitter- und Facebook-IDs verschlüsselt werden.»
Path hofft, dass diese Massnahme einen neuen Standard in diesem Bereich setzt. Im unternehmenseigenen Blog beteuert Path: «Wir nehmen Privatsphäre und Sicherheit sehr ernst und glauben, dass ihre persönlichen Daten es verdienen, gut geschützt zu werden.»
Kein Trend zu verbessertem Datenschutz
«Es lässt sich zurzeit kein allgemeiner Trend zu verbesserter Datensicherheit feststellen. Das Gegenteil ist der Fall», berichtet Georg Markus Kainz, Datenschutzexperte von quintessenz http://quintessenz.at , im Interview mit pressetext. «Es fehlt der grundsätzliche Zugang zum Datenschutz bei Mobiltelefonen, der war von Haus aus nicht geplant.»
Besonders die Politik stellt das Thema Datenschutz vor Herausforderungen. «Der Gesetzgeber schläft. Die Datenschutz-Initiative der EU ist aber auf begrüssenswert», sagt Kainz. Auch Unternehmen sollen in Zukunft mehr Verantwortung übernehmen: «Firmen müssen lernen, dass persönliche Daten einen hohen Wert haben und sollten nur jene verwenden, die auch tatsächlich für das Funktionieren der jeweiligen Programms gebraucht werden», so der Datenschutzexperte.