Dies hiess es in einer SMP-Medienmitteilung. Gfeller demissioniert auf die nächste Delegiertenversammlung im Frühling, Rösti per Ende August.
Im Visier der Kritik des SMP-Vorstandes sind die eigenen Mitgliedsorganisationen. Immer wieder hätten die regionalen Organisationen die - vom SMP-Vorstand jeweils mit klaren Mehrheitsentscheiden abgesegneten - Vorschläge für eine Verbesserung der Situation der Milchproduzenten unterlaufen.
Die regionalen Organisationen gewichteten den Gewinn von zusätzlichen Marktanteilen höher als das nationale Interesse eines angemessenen Preises. Der Präsident und der Direktor seien nicht mehr bereit, diesen Zustand zu decken, heisst es in der Mitteilung weiter.
Hinzu komme, dass die SMP-Mitglieder auch die Versuche hintertrieben hätten, Marktstabilisierungsmassnahmen für allgemeinverbindlich zu erklären. Durch all diese Aktivitäten seien dem SMP die Instrumente zur Einflussnahme auf dem Markt zunehmend entzogen worden.
Diese Situation sei für die betroffenen Milchproduzenten nicht mehr tragbar. Die Mitglieder des SMP-Vorstandes müssten ihre Haltung überdenken und sich «entweder auf die Vertretung der nationalen Standesinteressen konzentrieren oder sich im Vorstand ersetzen lassen».
Jahrelange Tätigkeit
Rösti ist seit Januar 2007 Direktor der SMP.
Seit der Aufhebung der Milchkontingentierung im Jahr 2009 kriselt es in der Milchbranche. /


Der promovierte Agronom wurde im Oktober 2011 in den Nationalrat gewählt. Der SVP-Politiker hat Einsitz in der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie.
Peter Gfeller präsidiert die SMP seit April 2004. Der 62-Jährige bewirtschaftet in Kappelen BE einen Landwirtschaftsbetrieb mit Ausrichtung auf Milchwirtschaft, Viehzucht und Ackerbau. Neben Peter Gfeller und Albert Rösti wird auch Mediensprecher Christoph Grosjean-Sommer die SMP verlassen.
Krise in der Milchbranche
Seit der Aufhebung der Milchkontingentierung im Jahr 2009 kriselt es in der Milchbranche. Der Preisdruck und die Umgestaltung der Agrarpolitik für die Jahre 2014 bis 2017 sorgen für Unruhe.
Letztes Jahr hatte der SMP den weiteren Verbleib in der Branchenorganisation Milch (BO Milch) von zwei zusätzlichen Sitzen in der Interessengruppe «Produktion» abhängig gemacht, die ihm letzten Herbst schliesslich zugestanden wurden.
Mit neu drei Sitzen erhielt der SMP eine grössere Macht, zumal er damit über eine Sperrminorität verfügt. Vertreter des SMP versprachen damals, von dieser «Waffe» nur als letzter Möglichkeit Gebrauch zu machen.
Bisher war der SMP-Vertreter in der Interessengruppe «Produktion» immer wieder überstimmt worden. «Lachende Dritte» waren jeweils die Milchverarbeiter, die von den Unstimmigkeiten unter den Produzenten profitierten.