Tara bekam eine zweite Chance. Doch hunderttausend weitere Streunertiere fristen ihr Dasein auf den Strassen dahin. Um die Zahl langfristig einzudämmen, setzt «Vier Pfoten» sich für eine tierfreundliche Reduzierung der Streunertiere ein.
Nachhaltige Methode: «Catch-Care-Release»
«Wir haben Projekte in sieben Ländern in Europa, Asien, Afrika. Insgesamt konnten im Jahr 2012 13'529 Hunde und Katzen kastriert und 1'031 medizinisch versorgt werden», berichtet Kampagnenleiterin Corinne Abplanalp. Die Vorgehensweise von «Vier Pfoten» unterscheidet sich grundlegend von den üblich angewandten. Denn in der Regel werden die Streunertiere getötet, damit sich ihre Anzahl verringert. «Langfristig ist das jedoch keine Lösung.
Streunerhunde sind oftmals skeptisch. /

Registrierter Streuner in Bulgarien. /

Ein griechischer Streunerhund wurde eingefangen. /

Wiederfreilassung zweier kastrierter Streuner. /


Einzig die Catch-Care-Release-Methode, bei der die Tiere eingefangen, behandelt, kastriert und dann an einem ihnen bekannten Ort wieder freigelassen werden, trägt zu einer nachhaltigen Reduktion der Streunerpopulation bei», erklärt Abplanalp.
Internationale Projekte 2012
In der Ukraine konnte «Vier Pfoten» nach langen Verhandlungen mit dem hiesigen Umweltminister Mykola Zlochevskiy ein gross angelegtes Kastrationsprojekt in den vier EM-Austragungsorten Lemberg, Kiew, Charkiw und Donezk und in weiteren Städten durchführen. In sechs mobilen Tierambulanzen wurden insgesamt etwa 8000 Streunerhunde kastriert, geimpft, medizinisch versorgt und mit einer Ohrmarke versehen.
In Rumänien wurde im November 2011 der Gesetzesentwurf 912 verabschiedet, der Massentötungen von Streunerhunden wieder leichter machte. Jedoch konnte das rumänische Verfassungsgericht das Gesetz rechtzeitig stoppen und machte so eine unabhängige Entscheidung zugunsten einer nachhaltigen und modernen Streunerpolitik möglich. Daher konnte in der rumänischen Hauptstadt Bukarest ein umfangreiches, dreimonatiges Kastrationsprojekt begonnen werden, sodass «Vier Pfoten» allein in Bukarest etwa 800 Tiere kastrieren und medizinisch versorgen konnte. In ganz Rumänien waren es über 2000 Tiere.
Dringende Hilfe wurde von der Tierschutzorganisation «Blue Cross of India» gebraucht, die Streunertiere in Indien medizinisch zu versorgen. So reisten kurzerhand drei Ärzte von «Vier Pfoten» Anfang November für drei Wochen in die indische Stadt Chennai, nahmen sich der Notfälle an und konnten so 600 Tieren helfen.
Dogs for People
«Einige der behandelten Tiere werden nicht wieder freigelassen, sondern zu Therapie- oder Rettungshunden ausgebildet. Durch das harte Leben auf der Strasse sind die Hunde sensibel, zuverlässig und haben ein ausgeprägtes Durchhaltevermögen, welches ideale Eigenschaften für Rettungs- oder Therapiehunde sind. Mit intensivem Training inklusive Abschlussprüfung werden die Tiere auf ihre neue Aufgabe vorbereitet», berichtet die Kampagnenleiterin.
Nationaler Einsatz
Auch in der Schweiz engagiert sich «Vier Pfoten» mit Katzenkastrations-Aktionen für die Streunertiere. Denn die langjährige Erfahrung von «Vier Pfoten» mit Streunerkatzen zeigt, dass Kastration die einzig sinnvolle und humane Methode ist, dass Wachstum der Streunerkatzen-Population einzudämmen.