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Vox-Analyse: Warum Wähler manchmal lügen

Bern - Bei den Umfragen im Vorfeld der Minarettverbots-Initiative hat das Forschungsinstitut gfs.bern «keine sichtbaren methodischen Fehler» begangen. Dass das Abstimmungsresultat nicht den Umfrageergebnissen entsprach, hängt teils mit der Komplexität der Meinungsbildung zusammen.

tri / Quelle: sda / Dienstag, 26. Januar 2010 / 11:13 h

Institutsleiter Claude Longchamp verteidigt gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» die Methoden von gfs.bern. Man arbeite dort gemäss «state of the art», also mit zeitgemässen Forschungsmethoden, sagt er in der NZZ-Dienstagausgabe. Dies bestätigt Politologe Hans Hirter von der Universität Bern, der bei den VOX-Umfragen mit gfs.bern zusammenarbeitet. Die Methoden entsprächen internationalen Standards, erklärt er in der Dienstagausgabe der «Basler Zeitung». «Gefälligkeits-Antworten» Probleme wie bei der Minarettinitiaitve habe es noch nie gegeben, unterstreicht Longchamp. «Unsere Antworten sind in 95 Prozent der Fälle brauchbar.» Offensichtlich seien viele Stimmbürger bei der Vorlage zum Minarettverbot unschlüssig gewesen.



Hans Hirter, Verfasser der Vox-Analyse: Die Methoden entsprechen internationalen Standards. /

Longchamp spricht von einer «Entscheidungs-Ambivalenz». Er schloss auch die Möglichkeit von «Gefälligkeits-Antworten» einiger Befrager nicht aus. «Eine erhärtete Erklärung knüpft bei der 'sozialen Erwünschtheit' von Antworten an.» Das Phänomen sei noch kaum untersucht worden. Themen wie das Minarettverbot seien lange tabuisiert gewesen. Erst im Abstimmungskampf sei es breit debattiert worden. «Der Abstimmungskampf mobilisierte Gruppen, die ihre Chance für eine Politikänderung oder für ein Protestsignal sahen.» Die gfs-Umfrage sei «ein Stimmungsbild drei Wochen vor dem Urnengang gewesen, keine Prognose» betont Hirter.

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