Am Wochenende ging in den USA die nach ihrem Erfinder Stephen Wolfram benannte Suchmaschine WolframAlpha ans Netz.
WolframAlpha sei eher eine «Maschine des computerisierten Wissens», sagte der 49-jährige Wolfram. «Wir versuchen, so viel Weltwissen wie möglich zu sammeln und es mit dem Computer aufzuarbeiten.»
Als Konkurrenten zu Google sehen sich die Macher von WolframAlpha nach eigenen Angaben nicht. Stärke des Systems seien Fakten. Durch Zugriff auf aktuelle und historische Daten von knapp 18'000 Wetterstationen könnten auch Fragen wie etwa nach der Temperatur auf Mallorca sofort beantwortet werden.
Datensammeln in Handarbeit
Qualifizierte Experten sammeln nach seinen Angaben gewissermassen in Handarbeit Daten, interpretierten sie und machten sie automatisch bearbeitbar.
Wolfram-Suchmaschine: Fakten, Fakten, Fakten. /


Die Ergebnisse seien in den meisten Fällen überprüfbar, da WolframAlpha immer die Quellen nenne.
Derzeit kennt WolframAlpha vor allem Antworten aus wissenschaftlichen Bereich wie Mathematik, Geografie, Geschichte oder Statistik. Fragen müssen in englisch gestellt werden, da WolframAlpha noch kein Deutsch versteht. Entsprechend interpretiert WolframAlpha «Handy» lediglich als Nachnamen.
Wird nach «cellular phones» gefragt, erhält der Nutzer jedoch Statistiken zu Mobiltelefonen in verschiedenen Ländern. Die Frage nach «Nokia» beantwortet WolframAlpha mit der Ausgabe aktueller Wertpapier-Kurse des finnischen Handybauers aus. Kurios und vermutlich nur für «Insider» ist die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens.
Google arbeitet an «Google Squared»
Google arbeitet nach Angaben von Branchenkennern in seinen Labors bereits an einem ähnlichen Projekt: In dem Vorhaben unter dem Titel «Google Squared» will das kalifornische Unternehmen im Netz gesammelte Informationen dem Surfer künftig in Datenblättern und Tabellen übersichtlich aufbereitet präsentieren.
WolframAlpha greift auf bereits bestehende Datenbanken zu, die andere im Netz zur Verfügung stellen. Google beherrscht in den USA mehr als zwei Drittel des Marktes für Suchmaschinen, gefolgt von Yahoo (20 Prozent) und Microsoft (10 Prozent).