Der Welthandel hatte sich schon in der zweiten Jahreshälfte 2008 drastisch verlangsamt, für das gesamte Jahr 2008 wurde aber noch ein Wachstum von zwei Prozent erzielt - nach sechs Prozent im Jahr 2007.
Wie stark der Welthandel im laufenden Jahr schliesslich zurückgehen wird und wie lange die Krise noch anhält, hänge von den Massnahmen der Regierungen ab im Kampf gegen die Rezession, hält die WTO in ihrem Jahresbericht fest.
Warnung vor Protektionismus
WTO-Generaldirektor Pascal Lamy betont im Bericht, dass eine wirksame internationale Zusammenarbeit und offene Märkte unerlässlicher denn je seien, angesichts des seit den 1930er-Jahren beispiellosen Abschwungs. Protektionismus sei keine Antwort und mache die Krise nur noch länger und schlimmer, warnte Lamy. Es gelte wachsam zu sein.
Lamy verwies bei der Vorstellung des Berichts in Singapur darauf hin, dass Notfallmassnahmen wie Zollerhöhungen oder Einfuhrbeschränkungen in Krisenzeiten durchaus möglich seien.
Pascal Lamy ist Protektionismus die falsche Antwort auf die Krise. (Archivbild) /


Die WTO beobachte aber immer mehr Massnahmen, die den Handel beschränkten.
«Wenn wir die Krise erfolgreich hinter uns bringen (...) wird es wichtig sein, dass die Regierungen ihre Bereitschaft zeigen, diese Massnahmen wieder zurückzunehmen», sagte Lamy.
Gemeinsame Handelspolitik
Die Anti-Dumping-Untersuchungen der WTO könnten in diesem Jahr noch einmal ansteigen, sagte er. Schon im vergangenen Jahr hatte es 28 Prozent mehr Untersuchungen gegeben ein Jahr zuvor.
Er hoffe, dass in dieser schwierigen Zeit die Regierungen bereit seien, eine gemeinsame Handelspolitik zu betreiben. Lamy zeigt sich zudem überzeugt, dass die nötigen Entscheide gefällt werden müssten, um den WTO-Verhandlungsprozess (Doha-Runde) so rasch wie möglich zu einem Abschluss zu bringen.