Im Video wollten die Umweltschützer darauf aufmerksam machen, dass sich im Schokoriegel KitKat Palmöl aus Indonesien befindet. Palmöl wird durch die Rodung von Tropenwäldern gewonnen. Damit wird der Lebensraum der Orang-Utans zerstört.
Auf Drängen von Nestle hin wurde das Filmchen unterdessen offline gesetzt. Der Schweizer Konzern sah sich im Urheberrecht verletzt. Im Video verspeist ein Büroangestellter einen blutigen Orang-Utan-Finger statt des üblichen Schokoriegels.
«Keine Nestle-Produkte mehr kaufen»
Ein wahres Protest-Feuerwerk wurde auf der Facebook-Seite von Nestle gezündet.
Ein wahres Protest-Feuerwerk wurde auf der Facebook-Seite von Nestle gezündet. /


Postings wie «Ich kaufe keine Nestle-Produkte mehr. Sie sollen aufhören den Regenwald zu zerstören, jetzt und nicht erst in fünf Jahren», «Schäme dich Nestle! Es ist nicht nötig Palm-Öl zu verwenden» oder «Oster-Boykott!» waren zu lesen. Ein Nestle-Manager versuchte gegen zuhalten und schrieb: «Eure Kommentare sind willkommen, aber bitte verwendet keine veränderten Versionen unserer Logos als euer Profilbild - sie werden gelöscht.» Kein guter Schachzug, wie sich im Nachhinein herausstellte.
Mehr als eine halbe Million Menschen klickten bisher den Greenpeace-Spot an, während die Facebook-Seite von Nestle gerade so von kritischen und negativen Kommentaren überflutet wird.
Boykott aus Indien
Nestle hat zwar versprochen, das Palmöl nicht mehr zu verarbeiten, konnte die Wogen auch nicht mehr glätten. Auch mit dem indonesischen Verband der Palmölbauern hat es sich Nestle verscherzt. Zumal sie den Konzern ebenfalls boykottieren wollen. Der Verband zählt im Übrigen zehn Millionen Mitglieder.
Unterdessen gilt das Intermezzo zwischen Greenpeace und Nestle als erster «Facebook-Krieg». Ein Paradebeispiel für andere Firmen, wie man das Web nicht nutzen sollte.