Der Anlass ist den lokalen Behörden, den Anwohnern und der Polizeidirektion schon länger ein Dorn im Auge: Der Harassenlauf. Dabei versammeln sich Jugendliche - letztes Jahr kamen bis zu 3000 - im baselländischen Reinach ausgerüstet mit Bierharassen. Die Bierläufer tragen die Harassen nach Münchenstein, am Zielort sind die Bierflaschen leer und die Teilnehmer jeweils stockbesoffen. Dabei bleibt es nicht unbedingt beim saufen und grölen, letztes Jahr kam es auch zu einer Messerstecherei.
Dieses Jahr soll der Harassenlauf deshalb verhindert werden.
Bier. Darum geht es am baselbieter Harassenlauf. /


Auf Facebook formiert sich jedoch schon ein Widerstand der Saufwilligen.
Die Verfechter ereifern sich
Die Betreiber der Gruppe «Harassenlauf/Bierlauf Grün 80 - Jetzt erst recht» sehen sich als Verfechter einer «friedlichen Veranstaltung». Auf der Infoseite ihrer Gruppe argumentieren sie, dass die lokalen Politiker etwas verbieten, das sie «weder verstehen noch durchschauen». Es fragt sich nur, was es bei dem Massenbesäufnis zu verstehen gibt.
Doch die 160 Mitglieder der Gruppe wollen ihren Harassenlauf und diskutieren über eine alternative Route. Ein User ereifert sich auf der Pinnwand, er sehe sich in seinen Freiheits- und Grundrechten bedroht, vergleicht die Vorgänge mit dem NS-Regime. Bleibt zu hoffen, dass es bei soviel aufgebrachten Bierlauf-Verfechtern nicht zu Zusammenstössen mit der Polizei kommt, die ebenfalls ihre Präsenz ankündigte.