US-Präsident Barack Obama begrüsste die Ankündigung: Es seien alle Informationen willkommen, «die uns einen Einblick und mehr Verständnis dafür geben, warum die Entscheidung getroffen wurde.»
Mit Blick auf eine entsprechende Anhörung im US-Kongress Ende des Monats sagte Cameron am Dienstag nach seinem Treffen Obama, er wolle eine «angemessene Zusammenarbeit» sicherstellen.
Geschäftsinteressen
US-Senatoren werfen dem britischen Ölkonzern BP vor, die Freilassung Abdel Basset al-Megrahis vorangetrieben zu haben, um ein Millionengeschäft mit Libyen abzuschliessen.
Cameron sagte dazu, er habe keine Beweise gesehen, die eine Einflussnahme durch den Ölmulti belegten. Der britische Premier wies die von US-Aussenministerin Hillary Clinton erhobene Forderung zurück, eine eigene Londoner Untersuchung der Vorwürfe einzuleiten.
Cameron: «Schlechter Entscheid»
Er brauche keine Untersuchung, um festzustellen, dass die Freilassung ein «schlechter Entscheid» gewesen sei.
Barack Obama und David Cameron auf dem Truman Balcon im Weissen Haus. /


Cameron kündigte aber eine weitere Prüfung aller Dokumente zu dem Fall an.
Er habe dem Kabinettsminister Gus O'Donnell beauftragt, «noch einmal über alle Papiere zu schauen, die mit dem Fall zusammenhängen, um zu sehen, ob es weitere Informationen gibt, die veröffentlicht werden können», sagte er in einem Interview.
Al-Megrahis Zustand stabil
Bei dem Flugzeug-Attentat nahe der schottischen Stadt Lockerbie 1988 waren 270 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 189 US-Bürger. Als Grund für die Freilassung des Libyers hatte die Regierung von Gordon Brown die Krebserkrankung des Attentäters angeführt worden, die angeblich sehr weit fortgeschritten war.
Aus Libyen hört man inzwischen, Al-Megrahi sei schon vor längerer Zeit aus dem Spital entlassen worden. Er sei noch in ärztlicher Behandlung. Sein Zustand sei jedoch stabil.