Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Nils Bussee, bestätigte auf Anfrage einen entsprechenden Bericht des «Tages-Anzeigers» vom Donnerstag.
«Die bundesweit 1500 Kunden sind als Zeugen angeschrieben worden und deshalb verpflichtet zu antworten», sagte Bussee. Bei den Angeschriebenen handle es sich um CS-Kunden, die sich selbst angezeigt hätten und deren Daten die Staatsanwaltschaft von der Finanzverwaltung erhalten habe, sagte Bussee.
Die Ermittler wollen von den Kunden mehr darüber erfahren, wie sie mit der Schweizer Grossbank ins Geschäft kamen und wie die Beratungsgespräche abliefen. Im Fokus stehen dabei auch die Mitarbeiter der CS.
So lautet eine der 24 Fragen des Bogens: «Wurde bei den Gesprächen direkt oder gegebenenfalls zwischen den Zeilen angesprochen, dass die anzulegenden Vermögenswerte nicht versteuert werden sollten? Falls dies nicht unmittelbar angesprochen wurde: Hatten Sie den Eindruck, dass der Mitarbeiter der Credit Suisse davon ausging, dass dies der Fall sei? (...)»
Sprecher Bussee bestätigte, dass diese Frage und weitere, die in dieselbe Richtung zielen, auf der Liste stehen.
1500 CS-Kunden wurden in Deutschland befragt. /

CS: «Kein Spielraum»
Den Versand des Fragebogens kommentierte die CS am Donnerstag nicht. Auf Anfrage verwies Sprecher Marc Dosch auf ein Interview, das am 24. Juli in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» erschien.
Dort sagte der Leiter des Vermögensverwaltungsgeschäfts, Walter Berchtold, auf die Frage nach dem Verdacht gegen Mitarbeiter: Das Geschäftsmodell der CS richte sich nach lokalen Regeln und Gesetzen - «hier gibt es keinen Spielraum».
Über die Tochtergesellschaft in Deutschland dürfe die CS aktiv auch Neukunden in die Schweiz vermitteln, so Berchtold. Dabei handle es sich um einen «völlig transparenten Prozess». Die Namen dieser Kunden würden in Deutschland registriert und seien für die deutschen Behörden einsehbar.