Die Freude im Tunnel ist gross. Ein überwältigter Bundesrat Moritz Leuenberger sagte am Schweizer Fernsehen, er hätte nicht gedacht, «dass, wenn ein Berg zusammenstürzt, mir das Augenwasser kommt».
In einer Liveschaltung zu den EU-Verkehrsministern, die den Durchbruch via Fernsehen mitverfolgten, dankte Leuenberger für ihre «warmen und herzlichen Worte». Er hoffe nun, dass der Tunnel viele weitere Brüder erhalten werde und dass sie mit einer Lastwagen-Maut gefüttert werden.
Seit dem frühen Freitagnachmittag feierten Mineure, Bauarbeiter, Projektteilnehmer und Medienschaffende in Sedrun in einer Werkhalle den Durchschlag. Knapp tausend Personen verfolgten das Ereignis über Grossbildschirme.
Gewaltiges Medieninteresse
Auch das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) freut sich: «Weltrekord am Gotthard» titelte es eine Medienmitteilung, die zeitgleich mit dem Durchschlag versandt wurde.
«Der längste Eisenbahntunnel der Welt wird Realität.
Mineure verfolgen die Uebertragung des Durchschlages im Gotthardtunnel. /

Der Durchbruch steht kurz bevor. /


30 Kilometer vom Südportal und 27 Kilometer vom Nordportal entfernt fand am 15. Oktober 2010 in der Oströhre der erste Hauptdurchschlag am Gotthard statt: Die Tunnelbohrmaschine durchbrach von Faido her kommend (...) die letzten Meter Fels auf dem Weg nach Sedrun.»
Allein für die SRG SSR idée suisse standen hundert Personen im Einsatz. «Das Medieninteresse ist gewaltig», sagte Rahel Probst, Medienverantwortliche bei der AlpTransit Gotthard AG, der Nachrichtenagentur SDA.
Reporter aus Japan und von Al Jazeera
Mehr als die Hälfte der über 200 Medienvertreter stammt gemäss Probst aus der Schweiz. Aus dem Ausland sind vor allem aus den angrenzenden europäischen Ländern Reporter angereist. Zu den exotischsten Berichterstattern gehören japanische Journalisten sowie ein Vertreter des arabischen Senders Al Jazeera, der aus London anreiste.
Renzo Simoni, Chef der AlpTransit Gotthard AG, zog seinen Helm vor den Mineuren. «Ich verneige mich vor ihnen und ihrer Leistung», sagte Simoni, «denn sie sind die Helden des Basistunnels und die Helden des heutigen Tages».