Die Teilnehmer der 6. Lehrstellenkonferenz zogen das duale Schweizer Ausbildungssystem mit Berufsbildung und akademischer Ausbildungen nicht grundsätzlich in Zweifel. Auch wenn aus dem Ausland der Ruf nach mehr Akademikern erschalle, sei die Berufslehre kein «Auslaufmodell», hielt Bundespräsidentin Doris Leuthard vor den Medien in Biel fest.
«Diese Schweizer Eigenheit wollen wir beibehalten», sagte sie in Übereinstimmung mit den Spitzen von Gewerkschaftsbund, Gewerbe- und Arbeitgeberverband und der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK). Einigkeit herrschte auch darüber, dass die höhere Berufsbildung aufgewertet werden muss, damit das System bei schärferer Konkurrenz aus dem Ausland erfolgreich bleibt.
Vergleichbare Abschlüsse
Als wichtigste Massnahme sollen die Abschlüsse laut Leuthard in einen «Nationalen Qualifikationsrahmen» mit acht Niveaus eingereiht werden.
Bundespräsidentin Doris Leuthard zweifelt nicht grundsätzlich am Schweizer Bildungssystem. /


Ähnlich wie das Bologna-System erlaubt die Skala den Arbeitgebern in Europa, die Fähigkeiten und Kenntnisse von ausländischen Stellenbewerbern abzuschätzen. Ausserdem soll den Diplomen ein Beiblatt auf Englisch beigelegt werden, das die Qualifikationen genauer umschreibt.
Es sei auch wichtig, das Schweizer Ausbildungssystem und die Abschlüsse im Ausland besser bekannt zu machen, erklärte Leuthard. Dazu solle die bereits enge internationale Zusammenarbeit verstärkt und aktiv über Titel und Abschlüsse informiert werden. Geplant ist die Aufschaltung einer Website zu Schweizer Abschlüssen.
Diese Massnahmen sollen nicht nur die Chancen von Schweizer Stellenbewerbern im Ausland erhöhen, sondern die höhere Berufsbildung auch gegenüber der akademischen Ausbildung stärken. Den Trend zur «Akademisierung» von praxisorientierten Abschlüssen schreibt das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) unter anderem den neu geschaffenen Fachhochschulen und dem höheren Prestige zu.