Der frühere Präsident, der sich seit seinem Abschied aus Washington vor zwei Jahren kaum in der Öffentlichkeit gezeigt hat, tauchte diese Woche auf allen Kanälen auf: Er veröffentlicht ein Buch mit dem Titel «Decision Points», was so viel bedeutet wie «Momente der Entscheidung».
Das Werk kostet 35 US-Dollar und beschreibt seine Sichtweise auf die Terroranschläge vom 11. September 2001, die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie andere Schlüsselmomente seiner achtjährigen Amtszeit.
Ein Kritiker der «Los Angeles Times» nannte das Buch «eigenartig fesselnd». In der «New York Times» hiess es, das Buch sei «zum Teil eine Verdrehung der Tatsachen, zum Teil ein Schuldeingeständnis, zum Teil ein Sammelalbum für die Familie und zum Teil ein verlegener Versuch, sein politisches Erbe (um)zuformen».
All diese Kritiker lesen das Werk jedoch nur. Altkanzler Gerhard Schröder hingegen findet sich in ihm.
Bush schreibt, dass er sich von Schröder getäuscht fühlte: Der Altkanzler hätte ihm versprochen, ihn bei einer Invasion im Irak zu unterstützen und dann gegen ihn opponiert. Schröder sagte dazu im Spiegel: «Der frühere amerikanische Präsident sagt nicht die Wahrheit.»
Nach wie vor gelingt es Bush, sein Volk zu spalten.
Gerhard Schröder: «Der frühere amerikanische Präsident sagt nicht die Wahrheit.» /


Einer neuen Umfrage zufolge denken nur 44 Prozent der Amerikaner positiv über Bush. 53 Prozent dagegen halten wenig von ihm. Das Buch überrascht bisher nur wenige. Auch zu einer Meinungsänderung in der Bevölkerung führt es bislang nicht.
Jonathan Mann - POLITICAL MANN
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Er moderiert das wöchentliche Politmagazin «Political Mann» auf CNN International. Der Text steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung.