Sicherheitsbeamte waren auf das Gepäckstück aufmerksam geworden, weil es in Plastik eingewickelt war und kein Namensschild trug. Wie das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) am Donnerstag mitteilte, zeigten sich beim Durchleuchten des Gepäcks am Flughafen der namibischen Hauptstadt Windhuk (Windhoek) Batterien, die über Kabel mit einem Zünder und einer laufenden Uhr verbunden waren.
Ob es sich um einen zündfähigen Sprengsatz gehandelt habe, werde sich erst durch kriminaltechnische Untersuchungen feststellen lassen, hiess es. Dies könne Tage dauern, betonte das BKA. Eine Röntgenaufnahme des Gegenstands lag den Ermittlern vor.
Das verdächtige Gepäckstück befand sich am Mittwoch in einer Flughafenhalle, in der zuvor das für den München-Flug bestimmte Gepäck gelagert worden war.
Nach Angaben von Air Berlin war das Flugzeug schon beladen, als das verdächtige Gepäckstück in der Halle entdeckt wurde. Der mögliche Sprengsatz war zudem nicht ausdrücklich an Deutschland adressiert. Das Gepäckstück habe keinen Ziel-Aufkleber gehabt, sagte eine Sprecherin von Air Berlin.
Über sechs Stunden Verspätung
Die Maschine startete schliesslich mit sechseinhalbstündiger Verspätung.
Der Airbus sollte nach München fliegen. (Symbol) /


Vor dem Abflug wurden die 296 Passagiere nochmals durchsucht, sie landeten nachts wohlbehalten in München. Dort wurde das Gepäck ein weiteres Mal durchleuchtet, Bundespolizei befragte die Fluggäste. Es habe aber keine neuen Erkenntnisse gegeben, sagte ein BKA-Sprecher.
Nach ersten Ermittlungen handelte es sich bei dem verdächtigen Gegenstand um Fracht, nicht um persönliches Gepäck eines Passagiers. Aber auch dies werde weiter geprüft. Das BKA entsandte seinen Verbindungsmann aus Südafrika nach Windhuk. Auch aus Deutschland sollten Ermittler nach Namibia fliegen.
Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere hatte erst am Mittwoch eine konkrete Anschlagswarnung herausgegeben. Nach Hinweisen aus dem Ausland planen radikale Islamisten demnach bis Ende November Anschläge in Deutschland. Über deren Abwehr berieten am Donnerstag die Innenminister von Bund und Ländern in Hamburg.