Die budgetierten 1,1 Mrd. Franken habe das Unternehmen 2010 knapp erreicht. «Wir sind gut durch die Krise gekommen, ohne Einbrüche», sagte Spuhler im Interview. Die zwei-Milliarden-Marke strebt das Unternehmen auf 2012 an.
«Wir werden dieses Jahr einen Umsatzsprung machen und 2012 noch einmal einen.» Die Aufträge dazu seien in den Büchern. «Die zwei Milliarden sind also in Sichtweite», fügte Spuhler an.
Bis anhin habe das Unternehmen wegen des starken Frankens noch keine Aufträge verloren. Um mit den Konkurrenten mitzuhalten, kalkuliert Stadler Rail mit einem Euro bei 1.40 Franken. Da es zwei Jahre gehe bis ein Auftrag in der Produktion wirksam werde, habe die Geschäftsleitung entschieden, dieses Risiko einzugehen.
Der Euro sei gegenüber dem Franken ganz klar unterbewertet, fügte Spuhler an. Er habe die Hoffnung, dass die EU die drohenden Staatsbankrotte abwendet und endlich Ordnung schaffen könne.
Peter Spuhler: «Der US-Regionalverkehr kann ein interessanter Markt für uns werden.» /


«Dann wird sich auch der Euro erholen.»
Neue Aufträge in den USA
Stadler Rail will neue Märkte erschliessen. Die Schweiz und Deutschland seien nach wie vor die Hauptmärkte. «Aber wir sind daran, ausserhalb von Europa zwei, drei neue Märkte anzuschauen, die zu neuen Standbeinen werden können.»
So beispielsweise in den USA. Sie seien daran, ein Verkaufsbüro zu eröffnen. «Der US-Regionalverkehr kann ein interessanter Markt für uns werden.» Auch in Russland und Indien wird Stadler Rail aktiv.
Skeptisch hingegen zeigt sich Spuhler gegenüber dem chinesischen Markt. Er wisse nicht, ob dies ein Markt für europäische Hersteller sei. «Die Chinesen wollen die Technologie und die Kontrollmehrheit in Joint Ventures behalten.»
Als der SVP-Nationalrat Peter Spuhler 1989 Stadler Rail übernommen hatte, erzielte die Firma mit 18 Angestellten einen Umsatz von 4,5 Mio. Franken. Heute hat das Unternehmen 3100 Mitarbeiter in sieben Ländern und setzt 1,1 Mrd. Franken um.